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10.04.2013

19:38 Uhr

Spezialchemiekonzern

Evonik auf Zielgeraden zur Börse

Der Spezialchemiekonzern Evonik befindet sich auf den letzten Metern zur Börse. Der Konzern teile mit, dass die Deutsche Bank und MainFirst die Zulassung der Evonik-Aktien an den Börsen bis Ende April begleiten werden.

Evonik steht kurz vorm Börsengang. dpa

Evonik steht kurz vorm Börsengang.

Düsseldorf/FrankfurtDer Spezialchemiekonzern Evonik biegt nach mehreren vergeblichen Anläufen nun doch auf die Zielgerade zur Börse ein. Die Deutsche Bank und die Investmentbank MainFirst sollen die Zulassung der Evonik-Aktien an den Börsen in Frankfurt und Luxemburg bis Ende April begleiten, teilten der Essener Konzern und seine Eigner RAG-Stiftung und CVC am Mittwoch mit und bestätigten damit Informationen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein öffentliches Angebot soll es dabei nicht geben - nur institutionelle Investoren können sich in einem letzten Schritt Aktien im Umfang von voraussichtlich noch rund zwei Prozent des Grundkapitals von Evonik sichern.

Wahrscheinlich würden die Evonik-Aktien am 24. oder 25. April erstmals an der Börse notiert, hatte es in Finanzkreisen geheißen. Aktien im Volumen von rund 300 Millionen Euro sollen bis dahin noch verkauft werden. Damit wären dann rund 14 Prozent an Evonik an der Börse handelbar.

Beim Verkauf der letzten Tranche werde eine Bewertung des Konzerns von etwas mehr als 15 Milliarden Euro erwartet, hieß es in Finanzkreisen weiter. Der Finanzinvestor CVC und die RAG-Stiftung werfen dabei jeweils ein Prozent auf den Markt. Die Investoren sollen aber nur etwa zwei Tage Zeit bekommen, die Papiere zu zeichnen. „Es gilt, eine gute Mischung zwischen langfristigen Anlegern und solchen Investoren zu finden, die aktiv am Handel teilnehmen wollen“, sagte einer der Insider. Die Banken müssen dafür sorgen, dass der Handel in Evonik-Aktien von Anfang an in Schwung kommt. CVC dürfte nach der Erstnotiz bald weitere Papiere verkaufen, die RAG-Stiftung setzt dagegen weiter auf die Dividenden des Konzerns. Erst nach dem Börsengang haben die Eigentümer die Freiheit, unabhängig voneinander Anteile abzugeben.

Rekordgewinn 2012: Evonik will Ende April an die Börse

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Evonik-Chef Engel hat die Börsenpläne des Spezialchemieunternehmens präzisiert.

Evonik strebt nach mehreren gescheiterten Anläufen durch die Hintertür aufs Börsenparkett. Die beiden Eigentümer haben schon in den vergangenen Wochen zwölf Prozent an große Investoren wie den Staatsfonds Temasek aus Singapur veräußert. Mit dem Verkauf machten die Stiftung und CVC Kasse: Sie hätten dafür 1,7 Milliarden Euro eingestrichen, hieß es in ihrem Umfeld. Mit den noch ausstehenden 300 Millionen Euro kommen sie dann zusammen auf etwa zwei Milliarden Euro.

Mut für den neuen Anlauf hatten den Evonik-Eigentümern die gestiegenen Bewertungen von Chemieunternehmen gemacht. Im Sommer 2012 waren die Börsenpläne noch auf die lange Bank geschoben worden, weil Anleger nicht bereit waren, die Preisvorstellungen der Stiftung zu erfüllen. Damals war Evonik mit insgesamt zwölf Milliarden Euro bewertet worden - nun sind es mit über 15 Milliarden Euro deutlich mehr. Der Finanzinvestor CVC kann sich also freuen - dieser habe einen „vernünftigen Schnitt“ gemacht, hatte Evonik-Chef Klaus Engel Mitte März gesagt. Auch die RAG-Stiftung - und damit auch der Steuerzahler - kann sich freuen: Die Essener Stiftung soll einmal mit den Einnahmen, die ihr Evonik in die Kassen spült, für die Folgekosten des auslaufenden Steinkohlebergbaus in Deutschland gerade stehen, der unter ihrem Dach gebündelt ist.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Evonik hatte im vergangenen Jahr bei Umsatz und operativem Ertrag leichte Einbußen verbucht, den Gewinn aber auf einen Rekordwert in die Höhe geschraubt. So sanken 2012 die Erlöse um sechs Prozent auf 13,629 Milliarden Euro. Netto blieben indes mit 1,164 Milliarden Euro 15 Prozent mehr als vor Jahresfrist in der Kasse - der höchste Gewinn in der Konzerngeschichte. Für das laufende Jahr hatte Engel eine Umsatzsteigerung und einen operativen Ertrag in der Höhe von 2012 angekündigt, für 2014 „einen spürbaren Anstieg von Umsatz und operativen Ergebnissen“. Bis 2016 will Engel zudem insgesamt mehr als sechs Milliarden Euro investieren - allein zwei Milliarden Euro davon in den Wachstumsmärkten Asiens.

Von

rtr

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