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21.02.2013

19:27 Uhr

Spezialchemiekonzern

Evonik: Mit „kaltem Listing“ an die Börse

ExklusivAlso doch: Nach drei gescheiterten Versuchen soll es für Evonik an die Börse gehen. Allerdings durch die Hintertür, denn ein regulärer Börsengang hätte gleich mehrere Nachteile für den Konzern.

Blick auf die Evonik-Zentrale in Essen: Der Konzern kommt nach drei Versuchen nun doch noch an die Börse. dpa

Blick auf die Evonik-Zentrale in Essen: Der Konzern kommt nach drei Versuchen nun doch noch an die Börse.

DüsseldorfDer Spezialchemiekonzern Evonik geht nach drei gescheiterten Versuchen nun doch an die Börse: Die Eigentümer RAG-Stiftung und der Finanzinvestor CVC haben mit Hilfe der Investmentbank Mainfirst bereits 3,5 Prozent der Anteile an private Großanleger verkauft – und zwar zu einem Preis, der einen Unternehmenswert von 14 Milliarden Euro impliziert. Weitere 3,5 Prozent wollen die Eigner ebenfalls an institutionelle Investoren verkaufen, bevor dann, spätestens Ende April eine Tranche von drei Prozent an der Börse gelistet werden soll. Für das Listing bewirbt sich die Deutsche Bank als federführende Investmentbank.

Der Börsengang durch die Hintertür hat für Evonik zwei Vorteile: Zum einen wäre ein regulärer Börsengang Finanzmarktexperten zufolge nach der dritten Absage kaum möglich – andererseits können die Stiftung wie auch CVC nach dem Listing jederzeit Aktien in den Markt geben und zwar immer genau dann, wenn der Kurs gerade hoch ist.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Der neue RAG-Stiftungs-Chef Werner Müller hat den Plan vor gut zwei Wochen dem Kuratorium vorgestellt. In dem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt, schreibt er, dass der dafür nötige Börsenprospekt „ohne größeren neuerlichen Aufwand“ aus den Vorlagen des letzten Versuches gefertigt werden könne.

Branchenexperten halten eine Bewertung von Evonik mit rund 14 Milliarden Euro für realistisch – auch weil die Börsenbewertungen anderer Chemie-Unternehmen seit dem letzten Versuch von Evonik, an die Börse zu gehen, um etwa ein Drittel gestiegen sind.

Von

reu

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