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14.03.2013

11:00 Uhr

Spezialmaschinenbauer

Solarkrise reißt Manz mit in die Verlustzone

Der Spezialmaschinenbauer Manz leidet unter der Solarkrise und ist in die roten Zahlen gerutscht. Hätte Manz nicht einen Großauftrag für Smartphone-Displays bekommen, wäre das Minus noch größer ausgefallen

Ein Servicetechniker arbeitet an Solarmodulen. Die Krise der Solarbranche belastet auch den Maschinenbauer Manz. dpa

Ein Servicetechniker arbeitet an Solarmodulen. Die Krise der Solarbranche belastet auch den Maschinenbauer Manz.

DüsseldorfDie Solarkrise hat dem Spezialmaschinenbauer Manz im vergangenen Jahr einen hohen Verlust eingebrockt. Wie die Firma aus dem schwäbischen Reutlingen am Donnerstag mitteilte, fiel nach ersten Berechnungen operativ ein Minus von 30,7 Millionen Euro an nach einem Gewinn von 3,1 Millionen Euro im Vorjahr. 17 Millionen Euro davon seien Abschreibungen unter anderem auf Lagermaschinen sowie Forderungsausfälle chinesischer Kunden.

Die Erlöse brachen um knapp ein Viertel auf 184,1 Millionen Euro ein. Hätte das Unternehmen in seinen anderen Geschäftsbereichen nicht „deutliche Zuwachsraten“ verbucht, wäre der Umsatzrückgang noch stärker ausgefallen. Manz erlöste mit der Solarbranche nur noch 16,4 Millionen Euro, ein Rückgang um knapp 80 Prozent.

Der Niedergang der deutschen Solarindustrie

13. Dezember 2011

Das Berliner Solarunternehmen Solon ist pleite. Die Aktiengesellschaft verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 200 Millionen Euro. Das indisch-arabische Unternehmen Microsol übernimmt Solon im März aus der Insolvenz. 433 von 471 Arbeitsplätzen in Berlin bleiben zunächst erhalten, der Standort Greifswald wird geschlossen. Für 2013 sieht das Unternehmen wieder Chancen auf einen Gewinn.

21. Dezember 2011

Der Erlanger Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium beantragt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das im Februar 2012 eröffnet wird. Die Aktiengesellschaft mit 60 Mitarbeitern ist auf Solarthermie-Technik spezialisiert.

3. April 2012

Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen beantragt Insolvenz. Das Unternehmen mit einst 1300 Jobs am Stammsitz galt lange als Sonnenstrahl in Sachsen-Anhalt. Ende August wird das Unternehmen vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen und ist damit vorerst gerettet, der größte Teil der Jobs bleibt erhalten.

17. April 2012

Das US-Unternehmen First Solar kündigt an, sein Werk in Frankfurt (Oder) schließen zu wollen. Ende Dezember ist für die Beschäftigten der letzte reguläre Arbeitstag. Bis spätestens Ende Mai 2013 verlieren damit alle 1200 Beschäftigten des Solarmodulherstellers ihren Job. Die Suche nach Investoren läuft aber weiter.

25. Juni 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

10. Juli 2012

Die Berliner Global Solar Energy Deutschland (GSED) mit 133 Mitarbeitern meldet Insolvenz an. Die Tochter der amerikanischen Global Solar Energy produzierte seit 2008 flexible Dünnschicht-Solarzellen.

21. August 2012

Die Solarfirma Sovello in Sachsen-Anhalt stellt nach erfolgloser Investorensuche die Produktion ein. Den noch rund 1000 Mitarbeitern wird endgültig gekündigt. Sovello war eine Abspaltung des Ex-Weltmarktführers Q-Cells und hatte im Mai Insolvenz beantragt. Mitte Februar will der Insolvenzverwalter die Maschinen und das sonstige Inventar der Firma versteigern.

6. September 2012

Die EU-Kommission leitet ein Antidumping-Verfahren gegen die chinesische Solarbranche ein. Die Wettbewerbsbehörde will prüfen, ob die Asiaten mit zu niedrigen Preisen den Wettbewerb schädigen. Sie reagiert damit auf einen Antrag von europäischen Solarfirmen wie der Bonner Solarworld, die sich durch die Billigkonkurrenz aus China geschädigt fühlen. Eine Entscheidung über mögliche Strafzölle steht noch aus.

18. Oktober 2012

Der Solartechnikhersteller SMA Solar will sich von 450 seiner weltweit gut 5500 Mitarbeiter sowie von 600 Zeitarbeitern trennen. Denn für 2013 wird mit einem kräftigen Rückgang des Umsatzes gerechnet. Der nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei sogenannten Wechselrichtern, einer zentralen Komponente von Solarstromanlagen, hatte sich in der ersten Hälfte 2012 anders als viele Unternehmen der Branche noch relativ gut geschlagen.

23. Januar 2013

Der Technologieriese Bosch gibt bekannt, dass seine ab dem Jahr 2008 teuer aufgebaute Sonnenenergiesparte 2012 gut eine Milliarde Euro Verlust eingefahren hat. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des in der schwächelnden Weltkonjunktur ohnehin unter Druck stehenden Konzerns sei entsprechend auf etwa eine Milliarde Euro eingebrochen (2011: 2,7 Mrd Euro). Das Traditionsunternehmen kündigt eisernes Sparen an. Zentraler Standort der Solartochter ist Thüringen. Bosch Solar Energy hatte nach aktuellsten Angaben des Konzerns mit Stand vom Dezember 2012 weltweit rund 3200 Mitarbeiter.

24. Januar 2013

Die Krise der Solarbranche bringt auch Solarworld immer stärker in Bedrängnis. Das einstige Vorzeigeunternehmen teilt mit, dass mit Gläubigern über einen Schuldenschnitt gesprochen werden solle. Es kommt auch zu weiteren Stellenstreichungen.

5.Juli 2013

Nachdem das Hamburger Solarunternehmen Conergy seit Jahren Verluste schrieb, meldete es am 5. Juli schließlich Insolvenz an. Bis zuletzt hatte das Unternehmen auf einen rettenden Investor aus Asien gesetzt, der Bankverbindlichkeiten ablösen und frisches Geld zuschießen sollte.

Firmenchef Dieter Manz ist angesichts eines Auftragsbestandes von 128 Millionen Euro, bei dem nur knapp fünf Prozent auf die Solarindustrie entfallen, zuversichtlich, 2013 ein zweistelliges Umsatzwachstum zu erreichen und die Ertragskraft zu verbessern. Eine konkrete Prognose wagte er indes nicht. Die vollständige Bilanz will er am 28. März veröffentlichen.

Dank seiner breiten Aufstellung hatte Manz die Solarkrise bislang besser verkraftet als andere Wettbewerber. Haupteinnahmequellen sind inzwischen Anlagen zur Produktion von Displays für Tablet-PCs und Smartphones sowie PCs und Notebooks mit berührungsempfindlichen Bildschirmen. Hier hatte die schwäbische Firma Anfang November einen Großauftrag über 20 Millionen Euro eingeheimst.

Von

rtr

Kommentare (1)

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HofmannM

14.03.2013, 11:49 Uhr

Die Erneuerbare Energiebranche war,ist und bleibt eine vom Staat zwangssubventionierte Branche. Auf Basis des EEG werden künstliche Profite generiert und diese Profite haben zu Folge, dass unsere Strompreise durch die EEG-Zwangsabgabe immer weiter und weiter ansteigen!
Die Erneuerbaren Energieprodukte sind und bleiben IMMER den fossilen Energieerzeugerprodukten unterlegen! Da kann der Staat noch so viel Zwangssubventionieren per EEG. Irgendwann ist die Belastung für Bürger und Haushaltskasse erreicht. Mit dem EEG werden nämlich auch gleichzeitig bis dato hochwirtschafltiche Branchen in Deutschland vernichtet bzw. wandern aus. Und dann schaut auch der Staat in die Röhre! Keine Unternehmen keine Staatseinnahmen.

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