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02.02.2017

15:45 Uhr

Spielwaren-Trends

Turnen statt Touchscreen

Smartphones und Apps haben die Kinderzimmer bereits erobert. Jetzt kommt der Gegentrend. Die Spielwaren-Industrie legt das Augenmerk wieder auf ein traditionelles Gebiet: die Bewegung.

Die frühere First Lady der USA will Kinder in Bewegung bringen. dpa

Michelle Obama

Die frühere First Lady der USA will Kinder in Bewegung bringen.

NürnbergKinder hocken nur noch vor dem Fernseher, hat es früher schon geheißen. Heute – befürchten einige – ziehen Smartphone und Tablet den Nachwuchs noch mehr in den Bann. Da bedeuten Apps für die Spielwarenbranche eine gute Ergänzung des Geschäfts. Jetzt aber will die Industrie auch den Gegentrend nutzen. Digitaler Stress und Mangel an Bewegung verlangen nach Ausgleich - mit Hilfe von Spielsachen soll der gelingen. Um dafür zu werben, beansprucht die Branche sogar Ex-First-Lady Michelle Obama.

Was wäre besser geeignet als eine Balancier-Rolle mit Gummireifen, um „Balance in der Alltagswelt“ zu bringen? So steht es auf der Webseite der weltweit größten Spielwarenmesse in Nürnberg. Das Gerät soll Motorik und Koordination trainieren, ein Yoga-Spiel zu Gymnastik im Kinderzimmer anregen, ein Malbuch entspannen – zum Ausgleich auch für die Spiele-Apps, die die Industrie ebenfalls verkauft. „Body and Mind“ nennt die Branche das Segment, das sie als einen der großen Trends für dieses Jahr ausruft.

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Für 2016 zeichnen sich dabei positive Geschäftszahlen für die Branche ab. Die Verbrauchermarktforschung npdgroup rechnet mit fünf Prozent Umsatzwachstum für den deutschen Markt - repräsentativ für rund 80 Prozent des Marktes. Die endgültigen Zahlen für das vergangene Jahr sollen im März vorliegen. 2015 hatte der Jahresendspurt der Branche einen Rekordumsatz von gut 3 Milliarden Euro beschert.

Wie groß der Anteil des Segments „Body and Mind“ daran ist, lässt sich kaum abgrenzen, schließlich gehören dazu sehr unterschiedliche Spielsachen. Das Sortiment auf konkrete Absatz- und Umsatzzahlen zu beziehen, sei schwierig, erklärt Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels (BVS). „Body and Mind“ sei aber ein Thema, dessen Potenzial in der Zukunft liegt.

Die Smartphone-App Pokémon Go hat vergangenen Sommer viele Menschen auf die Straßen gebracht, Bewegung war Spielprogramm. Smartphone oder Tablet und Dienste wie Whatsapp oder Instagram seien zwar aus dem Leben gerade von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken, heißt es auf der Webseite. Doch ohne Digitales soll es auch gehen, denn dazu kämen ja steigende Erwartungen an die schulischen Erfolge. „Diese digitale und mentale Belastung führt zu Stress.“

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