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31.01.2012

17:05 Uhr

Spielwarenmesse Nürnberg

Moderne Technik marschiert ins Kinderzimmer

VonJoachim Hofer

Ob Nasenpfeife oder dreidimensionales Puzzle: Wer wissen will, was in den nächsten Monaten alles in den Kinderzimmern Einzug halten wird, der bekommt in diesen Tagen in Nürnberg einen blinkenden und piepsenden Überblick.

Am Stand von Hasbro spielen Kinder mit Transformers-Lego-Figuren. dpa

Am Stand von Hasbro spielen Kinder mit Transformers-Lego-Figuren.

NürnbergDie kleine Plastikbox ist nicht größer als eine Zigarettenschachtel: Wer den Behälter öffnet, der findet einen Mini-Helikopter darin. Schnell die Flügel ausgeklappt – und los geht’s. Als Fernsteuerung dient die Verpackung. „Heli Cube“ nennt sich  das Kinder-Fluggerät, das die Firma Silverlit heute auf der Neuheitenschau der Nürnberger Spielwarenmesse vorgestellt hat. Knapp 15 Euro wird der voll flugtaugliche Hubschrauber des Unternehmens aus Hongkong demnächst in den Läden kosten.

Wer wissen will, was in den nächsten Monaten alles in den Kinderzimmern Einzug halten wird, der bekommt in diesen Tagen in Nürnberg einen glänzenden Überblick: Bis kommenden Monaten zeigen alle führenden Hersteller – und zahllose kleine Anbieter – auf dem größten Treff der Branche ihre Neuheiten. Auf der Messe präsentieren fast 2800 Aussteller aus 62 Ländern ihre Puppen, Brettspiele und Laufräder. Die Veranstalter erwarten rund 80.000 Fachbesucher aus aller Welt in Franken.

Die beliebtesten Spielwaren

Unschlagbare Klassiker

Sie laufen, laufen, laufen: Die Klassiker unter den Spielwaren scheinen auch im 21. Jahrhundert im Spielregal unverzichtbar. Zu dieser Gruppe gehören nach einer Übersicht des Verbands der Deutschen Spielwaren-Industrie folgende Dauerbrenner.

Barbie

1959 erstmals präsentiert. Rechnerisch werden drei dieser Puppen pro Sekunde gekauft. Ihr vollständiger Name: Barbie Millicent Roberts. Eine Barbie der ersten Stunde (schwarz-weiß gestreifter Badeanzug, Pferdeschwanz) ist heute fast 28 000 Dollar wert.

Lego

Jeder Mensch besitzt - rein statistisch - 75 Legosteine. Allein die im Jahr 2010 verkauften Legosteine würden ein Gebäude von 5000 Quadratmetern Grundfläche mit einer Höhe von 52 Stockwerken ergeben. Mit der Produktion von 381 Millionen kleiner Reifen ist Lego auch einer der größten Reifenhersteller der Welt.

Monopoly

Seit 1935 wurden weltweit mehr als 275 Millionen Spiele verkauft. Pro Jahr sind es in Deutschland bis zu eine Million. Es gibt international 850 Varianten.

Scrabble

Aneinandergelegt ergäben alle in den vergangenen 63 Jahren produzierten Spielsteine eine Strecke, die acht Mal um die Erde reichen würde. Das Wort-Spiel wird in 29 Sprachen angeboten. Scrabble wurde in Filmen wie „Ödipussi“ und „Blackhawk Down“ gespielt.

Memory

91 Prozent aller Deutschen kennen das 1959 auf den Markt gebrachte Spiel. In über 80 Ländern wurde es von Ravensburger mehr als 75 Millionen Mal verkauft. Alle Kärtchen aneinander gelegt würden ebenfalls acht Mal den Erdball umrunden.

Playmobil

Die beweglichen Figuren kamen 1974 auf den Markt und machten die Firma geobra Brandstätter in Zirndorf bei Nürnberg schnell zum umsatzstärksten deutschen Spielwarenunternehmen, zuletzt mit einem Erlös von 507 Millionen Euro. Insgesamt wurden bisher 2,4 Milliarden Figuren hergestellt.

Weitere Top-Seller

Zu den übrigen Dauerbrennern im Spieleland gehören: Hula Hoop-Reifen, Play Doh-Spielknete, Frisbee, Matchbox-Modellautos und der Teddy Bär.

Besonders auffällig: Immer öfter nutzen die Anbieter die modernen Smartphones und Tablet-PCs, um die Spiele attraktiver zu machen. Beispiel Ravensburger: Vom größten deutschen Spieleverlag gibt es neue Puzzles, die sich mit den Geräten zum Leben erwecken lassen. Wer die Kamera auf die Puzzles richtet, der hört Musik, bekommt Erläuterungen zu den Motiven oder kann sich kleine Filme ansehen. Der Modellbahnhersteller Märklin dagegen nutzt die Apparate, um die Lokomotiven zu steuern.

Auch anderswo zieht Computertechnik ins Spielzeug ein: Carrera etwa nutzt die von Laptops bekannten Lithium-Ionen-Batterien für seine neuen, ferngesteuerten Autos. Der Vorteil: Die Akkus lassen sich sehr schnell laden und halten länger als die herkömmlichen Zellen. Apropos Fernbedienung: Carrera hat jetzt für seine berühmten Autorennbahnen Regler entwickelt, die ohne Kabel auskommen und mit denen sich die Flitzer auch noch aus 15 Meter Entfernung steuern lassen. Der störende Kabelsalat ist damit Geschichte.

Elektronik gibt es inzwischen selbst in der Kugelbahn für die Jüngsten. Die Schweizer Firma Cubero präsentiert eine Holzbahn,  auf der die Kugeln aufwärts rollen. Möglich macht dies ein unsichtbarer Antrieb in einem der Holzwürfel, der die Kugeln mit einem Magnet von einer Ebene auf die nächste befördert.

Kommentare (1)

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DINO

02.02.2012, 16:25 Uhr

Zu schön, um wahr zu sein: Die Transformer auf dem Foto sind nicht aus LEGO, sondern aus Hasbros eigenen "Klon-Steinen" namens "Kre-O".

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