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05.01.2011

20:27 Uhr

Spionageopfer Renault

Autobauer suspendiert drei Top-Manager

VonHolger Alich

Der französische Autokonzern Renault ist offenbar Opfer von Industriespionage durch eigene Topmanager geworden. Das Unternehmen teilte mit, drei hochrangige Führungskräfte bis auf weiteres suspendiert zu haben. Sie sollen Details zum Elektroauto weitergegeben haben.

PARIS. Nach Angaben der Agentur AFP stehen die drei suspendierten Topmanager unter dem Verdacht, vertrauliche Dokumente über die Entwicklung von Elektro-Autos an Dritte weitergereicht zu haben. Eine Renault-Sprecherin wollte dies auf Anfrage nicht bestätigen.

Nach Angaben von Bloomberg ist einer der drei suspendierten Manager, Michel Balthazard, Vizepräsident mit Zuständigkeit für Projektentwicklung und Mitglied im 30-köpfigen Management Committée. Das ist die zweithöchste Führungsebene unterhalb des Executive Committées. Balthazards Suspendierung wurde von Renault weder bestätigt noch dementiert. Laut der Renault-Webseite hat der 56jährige Ingenieur fast seine gesamte Laufbahn bei Renault absolviert und war in der Vergangenheit unter anderem für das Low-Cost-Auto Logan verantwortlich.

Renault teilte lediglich mit, dass im August Mitarbeiter die interne Compliance-Abteilung auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam gemacht haben. "Daraufhin wurde eine Untersuchung eingeleitet, die Anfang des Jahres zur Suspendierung von drei Führungskräften führte", erklärte eine Konzern-Sprecherin. Die Untersuchungen würden nun andauern; ob sie zu einer Entlassung und zu einer Strafanzeige führen, sei derzeit noch nicht abzusehen.

Kein anderer europäischer Autokonzern setzt so auf Elektro-Autos wie Renault mit Partner Nissan. Gleich vier solche Autos will der Konzern bis Ende 2012 auf den Markt bringen. Den Anfang macht die Limousine der unteren Mittelklasse "Fluence" und der Kleintransporter "Kangoo Z.E.", beide Fahrzeuge sollen diesen Herbst auf den Markt kommen. Das Hauptvolumen soll der elektrische Kleinwagen "Zoe" bringen, der Mitte 2012 erwartet wird.

Renault rechnet damit, dass 2020 rund zehn Prozent aller verkauften Neuwagen Elektro-Autos sein werden. Die Franzosen wollen in diesem Markt weltweit eine führende Stellung erobern. Zwischen 2005 und 2013 will der Konzern vier Milliarden Euro in E-Autos investieren.

Kommentare (2)

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net_worker

06.01.2011, 00:00 Uhr

..mal sehen ob herauskommt, welche(s) Unternehmen diese informationen bekommen haben(hat).
Es haben ja genügend Autohersteller lange genug gepennt bei dem Thema. Da kann man schon mal ein paar Euro Entwicklungskosten sparen und das Geld in Spionage investieren...
Nieten in Nadelstreifen

Von wegen hohe Entwicklungskosten

06.01.2011, 01:04 Uhr

@net_worker
Von wegen hohe Entwicklungskosten! Die Technik gibt es ja schon lange. Warum wohl nehmen alle Hersteller 230V oder 400V Motoren? Und warum hat Tesla wohl eine 400V batterie entwickelt? ich frage mich schon länger warum man dafür eigentlich Milliarden für die Entwicklung brauchen soll? Eine Mikroprozessorsteuerung für die neuen Kenndaten und einen passenden Motortreiber dazu kann man sicher für €250.000 schnell neu entwickeln (lassen). Sogar fertige Spannungswandler gäbe es, so dass man auch mit einer 48V batterie an 400V Motor fahren könnte. Ziemlich hahnebüchen das alles, was man so von den Automotiven darüber hört...

ich würde für Know-how-Klau jedenfalls keinen Cent ausgeben.

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