Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2012

10:28 Uhr

Sportartikel

Messe für den Adrenalinkick

VonDiana Fröhlich

Extremsportarten sind kein Randphänomen mehr. Immer mehr Freizeitsportler suchen den Adrenalinkick. Entsprechend gut läuft das Geschäft mit dem Abenteuer. Die am Sonntag beginnende Messe Ispo hat sich darauf eingestellt.

Immer mehr Freizeitsportler begeistern sich für Extremsportarten. dpa

Immer mehr Freizeitsportler begeistern sich für Extremsportarten.

DüsseldorfWer gut ist, der überlebt. Wer kämpft, hat Glück. Und nur wer auf den Punkt vorbereitet ist, der wird am Ende siegen. Es sind Sätze wie diese, mit denen der Ausdauersportler Joey Kelly sein Publikum begeistert. Mit denen er es mühelos schafft, eine Brücke zu bauen zwischen dem Sport auf der einen Seite und dem Geschäft auf der anderen.

Er spricht schnell, spult sein Programm gekonnt herunter. Im Sport, sagt er, müsse man Ziele haben, es geht darum, durchzuhalten und extreme Situationen zu meistern. Genau wie in einem Unternehmen.

Im Swisshotel in Neuss bei Düsseldorf hören dem Extremsportler an einem Januartag 350 Vertriebsmitarbeiter der Ergo Versicherung zu. Motivator Kelly soll ihnen zeigen, wie auch sie es zu Höchstleistungen bringen können.

Im Nadelstreifenanzug und in Lederschuhen, statt wie gewohnt im Sportlerdress, wirkt Kelly, der mehr als 40 Marathons gelaufen, durch die Atacama-Wüste in Chile gerannt und zum Südpol gewandert ist, verkleidet. Diesmal ziert kein Sponsorenlogo sein Hemd. Kelly, der sich selbst häufig als „laufende Litfaßsäule“ bezeichnet, ist für die Redneragentur Speakers Excellence im Einsatz, die ihm lukrative Vorträge wie diesen im Swisshotel vermittelt. Wie viele er pro Jahr hält und was er mit dem einstündigen Programm unter dem Titel „No Limits – wie schaffe ich mein Ziel“ verdient, verrät er nicht. Nur so viel: Umsonst sei er nicht zu haben.

Der Extremsport, das Herangehen an die körperlichen Grenzen, fasziniert immer mehr Menschen. Outdoormarken wie Mammut oder The North Face verzeichnen zweistellige Wachstumsraten, und auch die traditionellen Ausrüster wie Adidas oder Nike setzen verstärkt auf den Trend. Nach Angaben des Verbands European Outdoor Group wächst die Branche stetig, 2011 setzte sie europaweit rund 10 Milliarden Euro um.

Auch Amateure messen sich im Wildwasserschwimmen, Ultraberglauf oder Klippenspringen. Ihnen geht es um das Abenteuer, um die Grenzerfahrung. Kelly, der zwar selten als Erster das Ziel erreicht, sich aber der Herausforderung stellt, so schnell wie möglich mit dem Fahrrad von San Francisco nach New York zu fahren, ist ihnen ein Vorbild. Und damit sein Geld wert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×