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20.02.2012

09:02 Uhr

Sportartikelhersteller

Adidas steigt in China zur Nummer zwei auf

VonFinn Mayer-Kuckuk

Weltweit ist nur ein Sportartikelhersteller größer als Adidas: Nike. Doch in China gibt es in Li Ning einen starken einheimischen Rivalen. Den haben die Franken jetzt überholt.

Eröffnung des damals weltweit größten Adidas-Ladens in Peking im Olympiajahr 2008. Reuters

Eröffnung des damals weltweit größten Adidas-Ladens in Peking im Olympiajahr 2008.

ShanghaiDer Sportartikelhersteller Adidas hat auf dem chinesischen Markt deutlich aufgeholt und hat dabei sogar seinen stärksten einheimischen Konkurrenten abgehängt. „Wir liegen definitiv vom Marktanteil her vor Li Ning auf Platz zwei“, sagte Adidas-Konzernchef Herbert Hainer am Montag in Shanghai. Der China-Umsatze ist in den ersten neun Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahrs um 28 Prozent gewachsen – weltweit am schnellsten. „Wir haben den Abstand zur örtlichen Konkurrenz deutlich ausgebaut“, so Hainer.

Adidas hat in China zuletzt konsequent expandiert. Allein im vergangenen Jahr hat das Unternehmen aus Herzogenaurach in China 1175 neue Geschäfte aufgemacht und verfügt nun über 6700 Verkaufsstellen. „Wir investieren weiter. 2012 wird ein neues Rekordjahr für uns in China“, sagte Hainer. Das Unternehmen wolle IT, Lagerhaltung und Logistik ausbauen. Der Umsatz im Reich der Mitte liegt jetzt über einer Milliarde Euro und soll im laufenden Jahr erneut zweistellig wachsen. Der Adidas-Chef kann sich aus dieser Position heraus auch vorstellen, dass China die USA eines Tages als größten Markt des Unternehmens ablösen könne. „Wir können in China noch enorm viel machen.“

Die wichtigsten Elemente der neuen Adidas-Strategie waren eine Expansion in abgelegene Landesteile und die Konzentration auf das Geschäft mit modischer Kleidung. Adidas eröffnet derzeit schwerpunktmäßig neue Geschäfte in Städten, die gerade im Kommen sind – also nicht den etablierten Metropolen wie Shanghai und Peking, sondern in den Großstädten im Inland. Dort wächst die Wirtschaft derzeit um mehr als zehn Prozent. In den vergangenen Jahren hat sich hier eine städtische Mittelklasse gebildet, die auch Turnschuhe von Adidas trägt. Der Anteil reicher Kunden ist in den Städten der dritten Reihe zwar noch gering – aber bei Einwohnerzahlen deutlich über zehn Millionen lohnen die Geschäfte absolut gesehen dann trotzdem.

„Zwei Drittel der Chancen liegen in den abgelegenen Städten“, sagt der China-Chef von Adidas, Colin Currie. Die Einkommen stiegen hier schnell. „Wir stellen sicher, dass unsere Produkte verfügbar sind, wo die Leute sie kaufen wollen.“  Das Risiko ist für Adidas zudem gering: Einen Großteil der Investitionen tragen unabhängige Einzelhändler, die von Adidas in einem Franchise-Modell das Recht erhalten, entsprechende Markengeschäfte zu eröffnen.

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