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08.06.2012

06:14 Uhr

Sportbusiness

Anpfiff zum großen Geschäft mit der Europameisterschaft

VonJoachim Hofer, Kirsten Ludowig

Die Europameisterschaft ist nicht nur ein Fußballturnier, sondern ein großes Geschäft. Zahlreiche Branchen profitieren von dem Event. Unternehmen stecken Millionen in schrille Werbung. Nicht immer geht ihre Rechnung auf.

Je weiter Die DFB-Elf bei der EM kommt, umso mehr können Händler auf ein gutes Geschäft hoffen. dpa

Je weiter Die DFB-Elf bei der EM kommt, umso mehr können Händler auf ein gutes Geschäft hoffen.

DüsseldorfFür kleine Jungs ist Einkaufen normalerweise eine Qual. Doch in diesen Tagen ist das anders, zumindest in den Supermärkten von Rewe. Dort gibt es für je zehn Euro Einkaufswert ein Sammelbild der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Die Kärtchen sind bei den Buben so begehrt, dass viele ihre Eltern regelrecht in die Läden der Kette drängen.

Wie Rewe versuchen viele Firmen von der Europameisterschaft zu profitieren. Das Turnier beginnt am Freitag in Warschau. Zu den klaren Profiteuren gehören die Sportartikelhersteller. Der deutsche Marktführer Adidas rechnet wegen der EM mit einem Rekordumsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro im Fußballgeschäft. Aber auch andere Branchen wittern Wachstumschancen. Die Lebensmittelhändler hoffen auf steigende Umsätze mit Grillwürsten und Chips, die Brauer setzen auf den Bierdurst der Fußballanhänger, Spielwarengeschäfte und Kaufhäuser bieten Fanartikel an.

Umsatzkönige im deutschen Sportmarkt

Runners Point

Sieben Prozent mehr als in 2010, und somit 155 Millionen Euro setzte Runners Point in 2011 um.

Globetrotter

Der Outdoor-Ausrüster konnte seine Umsätze von 2010 auf 2011 um 9 Prozent steigern. Rund 250 Millionen Euro setzte Globetrotter im letzten Jahr um.

Karstadt

Rund 440 Millionen Euro nahm Karstadt 2011 im Sportbereich ein. Im Vergleich zu 2010 sind das drei Prozent weniger.

Kaufhof

Auch in der Sportabteilung von Kaufhof gingen die Umsätze zurück. Sie schrumpften von 2010 auf 2011 um sechs Prozent. Mit 500 Millionen Euro macht das Unternehmen unter den Sporthändlern dennoch den dritten Platz.

Sport 2000

Rund 1,49 Milliarden Euro setzte Sport 2000 im letzten Jahr in Deutschland um. Das sind drei Prozent weniger als noch in 2010.

Intersport

Vier Prozent weniger als in 2010 hat Intersport im vergangenen Jahr umgesetzt. Mit 2,7 Milliarden Euro ist das Unternehmen aber immer noch mit großem Abstand an der Spitze.

Sonstige

Die übrigen Sporthändler machten insgesamt zwei Prozent Umsatz weniger als in 2010 und landen zusammen bei 2,34 Milliarden Euro.

Viele Firmen haben aufwendige Werbekampagnen rund um die EM entworfen. Beispiel Dacia: Als Markenbotschafter hat der rumänische Autohersteller Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl verpflichtet, der in den kommenden Wochen als ARD-Kommentator laufend präsent sein wird. „Dacia nutzt das EM-Umfeld zur Einführung des Dacia Lodgy“, sagt Mathias Müller-Using, Chef der für die Kampagne verantwortlichen Werbeagentur Nordpol.

Experten sind überzeugt, dass viele Firmen gut daran tun, in ihrer Reklame auf die EM einzugehen. „Werbung muss Aktualität ausstrahlen“, sagt Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft. Die Unternehmen stecken entsprechend viel Geld in die Spots und Anzeigen. Aktuelle Zahlen gibt es zwar noch nicht. Doch rund um die EM 2008 flossen nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Nielsen brutto fast 200 Millionen Euro hierzulande in Fußballreklame.

Zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika waren es sogar 296 Millionen Euro. Doch ob sich die Hoffnungen auf steigende Umsätze erfüllen, ist fraglich. Bitter für die Unternehmen: Sie haben es selbst nur teilweise in der Hand, ob sich die EM-Aktionen auszahlen. „Regnet es oder scheidet die DFB-Elf schon in der Vorrunde aus, kann es sogar sein, dass wir gar nichts merken“, heißt es in der Rewe-Zentrale. Eine Sprecherin der Spielwarenkette Vedes bringt es auf den Punkt: „Je weiter das deutsche Team kommt, desto besser.“

Kommentare (10)

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BAU-BOOM

08.06.2012, 07:16 Uhr

Wer keinen Fußball sponsoren will kann ja die Versicherung oder Bank wechseln. Die jeweilige Arena ist in die Kontoführungsgebühren und Zinsen eingepreist.

Account gelöscht!

08.06.2012, 08:41 Uhr

Politische Fussball-Riege, Frau Merkel war zu BEsuch. Lahm mit politischen Aussagen - widerliche Theater.

Deutschland verkommt mal wieder zur mediengesteuerten Fussball-Fassade - als "integrativer Bestandteil der Völkerverständigung".

Mit ausgesuchtem Jubelpublikum, die steuerfinanzierte Eintraittskarten und Flugtickets erhalten. FDJ-Jubeltruppen für Honecker, der neben Breschnew milde von der Tribüne winkt.

Account gelöscht!

08.06.2012, 09:31 Uhr

Brot und Spiele. Was wollt ihr denn? Hier lassen sich Brot und Spiele gar kombinieren zur Gewinnmaximierung. Zu solchen Gelegenheiten werden dem abgelenkten Steuerzahlvolk gern mal unangenehme Pflichten aufs Auge gedrückt. Wir sind gewarnt, können aber wenig dagegen tun.

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