Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.05.2017

16:02 Uhr

Sportwagen-Ikone Porsche 911

Der Millionste seiner Art

VonMartin-W. Buchenau

Irischgrün ist die Lieblingsfarbe der Familie Porsche. Entsprechend lackiert ist auch das Jubiläumsfahrzeug des Kultmodells, das heute vom Band lief. Nächstes Jahr wird die achte Baureihe des Dauerbrenners vorgestellt.

Würde man all die gebauten Porsche 911 aneinanderreihen, ergäbe das eine Länge von rund 4.400 Kilometern  Porsche

Eine Million 911

Würde man all die gebauten Porsche 911 aneinanderreihen, ergäbe das eine Länge von rund 4.400 Kilometern

StuttgartAllen aktuellen Problemen im VW-Konzern zum Trotz: Porsche findet immer einen Anlass sich selbst zu feiern – und das gekonnt. Wurde 2013 noch das 50. Bestehen der Sportwagenikone 911 gefeiert, war es jetzt der millionste Wagen des 1963 erstmals vorgestellten Kultmodells. Im Zuffenhausener Stammwerk, wo alle 911er vom Band laufen, schiebt sich das Jubiläumsfahrzeug – ein Carrera S – langsam durch eine Wand aus weißem Leinen. Wie der Ur-911 ist er in Irischgrün lackiert. „Das war die Lieblingsfarbe meines Vaters. Und meine ist es auch“, sagt Porsche-Enkel Wolfgang.

Vater Ferry Porsche – Sohn des Käfer-Erfinders Ferdinand Porsche – hatte die Sportwagenschmiede nach dem Krieg gegründet. Wolfgangs inzwischen verstorbener Bruder Ferdinand Alexander Porsche war damals für das Design verantwortlich. „Die nüchterne Form ohne Schnickschnack war damals mutig, auch weil viele noch an der vorangegangenen Modellform 356 hingen“, erinnert sich Wolfgang Porsche.

Porsche in Schanghai: Chinas Reiche lieben deutsche Sportwagen

Porsche in Schanghai

Chinas Reiche lieben deutsche Sportwagen

In China geht es mit den Porsche-Verkaufszahlen immer weiter nach oben. Die Volksrepublik ist schon längst der wichtigste Markt für den Stuttgarter Sportwagenhersteller. Und der Trend zeigt für Porsche weiter nach oben.

Fragen zu aktuellen Problemen im Konzern blockt der Vertreter der dritten Generation der Auto-Dynastie an diesem Tag ab. Sei es Dieselskandal, Anzeige der Finanzaufsicht wegen Marktmanipulation oder Familienangelegenheiten – Porsche lächelt und schweigt.

Der aktuelle Porsche-Chef Oliver Blume lehnt sich an ein großes Wort des Unternehmensgründers an, der einmal die Prognose wagte, dass das letzte Auto, das jemals gebaut werde, ein Sportwagen sein werde. Blume ergänzte: „Und es wird ein 911er sein“. Das praktische an solchen Prophezeiungen ist, dass sie ebenso wenig verifizierbar wie widerlegbar sind.

Ein bisschen Einblick gab Blume dann aber doch in die neue Generation des 911, die im kommenden Jahr vorgestellt wird. Es wird die achte Generation der Sportwagenikone. „Der neue 911 wird ein Hingucker“, kündigt Blume an. Und er wird wieder auf einer eigenen Plattform stehen, bestätigt Blume die Eigenständigkeit des Modells im großen Reich des VW-Konzerns. Befürchtungen, dass der 911er einer Konzern-Plattformstrategie geopfert werden könnte, stellte der Vorstandschef damit in Abrede.

Seit fünf Jahren ist die Porsche AG vollständig unter dem Dach des VW-Konzerns. Seither gibt es ein Gerangel mit Audi um die Sportwagenkompetenz. Blume setzt aber inzwischen auf Teamplay. Nur der der 911 scheint unberührbar. „Der 911 ist nicht nur im Konzern unberührbar, sondern in der ganzen Welt“, scherzt Blume. Wann der neue 911 genau vorgestellt wird, wollte er nicht verraten.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Enrico Caruso

11.05.2017, 19:40 Uhr

<<Einmalig ist auch, dass Porsche am Grundkonzept des Ur-911 unbeirrt festgehalten hat. „Wir haben ihn aber stets technologisch deutlich weiterentwickelt, ihn verfeinert und perfektioniert“, sagt Vorstandschef Blume.>>

Ihn verfeinert? So nennt ihr das also? Ihr habt ihn FETT gemacht!
Naja, wenigstens habt ihr ihm keinen Diesel eingebaut. Ist doch auch schon mal was.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×