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20.02.2015

09:27 Uhr

Sportwagen in Computerspielen

Ein Porsche für 14,99 Euro

VonLukas Bay

Viele Sportwagen feiern ihre Premieren nicht mehr auf Automessen, sondern in Computerspielen. Für die Hersteller sind die digitalen Traumwagen ideale Markenbotschafter. Und für die Entwickler ein lukratives Geschäft.

Der Porsche Cayman GT4 feiert seine Premiere im Smartphone-Spiel „Real Racing 3“. PR

Virtuell die Kurve kratzen

Der Porsche Cayman GT4 feiert seine Premiere im Smartphone-Spiel „Real Racing 3“.

DüsseldorfMit einem letzten Schwenk durch die Kurve, dann Gas, der Motor heult auf, nur noch wenige Meter bis zur Ziellinie – dann die Anzeige „Achtung, ihr Akkustand ist niedrig“. Manchmal sind es die Tücken der Smartphone-Technik, die einen von der Rennstrecke zurück in die Realität holen.

Rennspiele werden selbst immer realistischer –  egal ob auf dem vergleichsweise kleinen Bildschirm eines Smartphones oder der neusten Konsolengeneration. Der Traum von einer Hatz mit 300 km/h über die Rennstrecken der Welt ist nur einen Download entfernt. Und mit dem gestiegenen Realismus der PS-Wettbewerbe wächst auch die Attraktivität für die Hersteller, in diesem für sie sympathischen und authentischen Umfeld zu werben.

Mittlerweile feiern einige Rennwagen ihre Premiere nicht mehr auf Automessen, sondern im Computerspiel. Denn die Spiele sind auch ein Rennen um die Aufmerksamkeit der Spieler. Nur wer exklusiv ist, fällt auf.

Der Sportwagenbauer Porsche war unlängst der erste Autohersteller, der ein Modell zuerst in virtueller Umgebung präsentierte. Ambitionierte Spieler konnten bei verschiedenen Herausforderungen im Smartphone-Rennspiel „Real Racing 3“ den Cayman GT4 freispielen. Ein Modell, das man auf der Straße noch gar nicht sehen kann. „Wir wollen durch das Spiel die Faszination für Sportwagen der Marke Porsche transportieren“, sagt Sebastian Hornung, Projektleiter Branded Entertainment bei Porsche. Mit echten Strecken, echten Fahrzeugen, und auch echten Gegnern - so wirbt das Spiel.

Die Zielgruppe ist riesig. Weltweit wurde „Real Racing 3“ rund 160 Millionen Mal heruntergeladen. Entwickelt wurde das Spiel vom australischen Studio Firemonkeys, das wiederum zum Branchenriesen Electronic Arts gehört. Mit der „Cayman GT4 Challenge“ ist Porsche direkt auf der Startseite präsent, inklusive Link zum Webspecial des Herstellers. Bisher haben sich 1,6 Millionen Menschen an der Challenge versucht, immerhin 150.000 waren auch erfolgreich. Der Schwierigkeitsgrad ist knackig. „Auch bei Videospielen wird intensives Fahrtraining belohnt“, sagt Hornung.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Denn mit dem Schwierigkeitsgrad der Prüfungen steigt auch das, was Marketingfachleute „Kontaktzeit“ nennen – also die Zeit, in denen die Marke präsent ist, und wofür man in klassischen Medien viel Geld in die Hand nehmen muss. Vor allem erreichen die Hersteller über das mobile Spiel nicht nur Kinder und Teenager. 75 Prozent der Nutzer sind zwischen 18 und 49 Jahre alt und damit direkte Zielgruppe. Potentielle Autokäufer, die mit immer neuen Aktionen bei Laune gehalten werden. Im Jahr 2013 feierte Porsche den 50. Geburtstag des 911ers mit historischen Modellen, 2014 zelebrierten sie die Rückkehr nach Le Mans auf dem Smartphone.

Vielen Herstellern ist eine solche Plattform sogar Geld wert: sie bezahlen, um in den Spielen aufzutauchen. Sehr bekannte Hersteller wie Ferrari und Lamborghini kassieren dagegen Lizenzgebühren, damit ihre Fahrzeuge in den Spielen auftauchen dürfen. Besonders begehrt sind Exklusivrechte, denn wer einzigartige Boliden anbieten kann, lockt die Spieler. Porsche hat darum eine exklusive Partnerschaft mit Electronic Arts geschlossen und ist darum vor allem in der Rennserie „Need for Speed“ vertreten.

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