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13.05.2011

15:58 Uhr

Sportwagenbauer

Porsche wird immer amerikanischer

Porsche baut an einem neuen Hauptquartier in den USA. Doch nicht nur das: Unternehmenschef Müller denkt sogar laut darüber nach, seine Sportwagen künftig im Ausland bauen zu lassen, nah beim Kunden.

Porsche 911 GT3 Hybrid auf der New York International Auto Show. Quelle: Reuters

Porsche 911 GT3 Hybrid auf der New York International Auto Show.

Der Sportwagenhersteller Porsche will seine Präsenz auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt verstärken und baut in Atlanta ein neues Hauptquartier. Die neue Porsche-Zentrale solle bis 2013 entstehen und werde rund 100 Millionen Dollar kosten, sagte ein Sprecher am Freitag in Stuttgart. Auch eine Rennstrecke solle vor Ort entstehen, da Porsche seine Motorsportaktivitäten in Nordamerika und China ausdehnen wolle. Zuletzt ging jeder vierte Porsche an einen Kunden in Nordamerika, jedes sechste Fahrzeug wurde nach China geliefert.

Firmenchef Matthias Müller denkt derweil auch über eine Sport- und Geländewagenproduktion im Ausland nach. "Es genügt, wenn wir "Engineered by Porsche in Germany" auf unsere Autos schreiben können. Wir müssen nicht zwingend alle Autos auch in Deutschland bauen", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" den Porsche-Chef. Vor allem die USA und China seien mögliche Standorte für eine Porsche-Produktion. Dieser Schritt wäre ein einschneidender Strategiewechsel der Schwaben. Derzeit rollen die fertigen Luxuskarossen nur in Deutschland vom Band.

Ein Sprecher betonte, eine Entscheidung über eine Produktion im Ausland sei bisher aber noch nicht gefallen. "Natürlich stelle ich mir die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, in China zu produzieren, um dort die hohen Einfuhrzölle zu umgehen", sagte Müller der Zeitung zufolge. Allerdings will Porsche keinen eigenen Standort errichten. "Wir würden nie ein eigenes Porsche-Werk bauen, sondern würden versuchen, irgendwo unterzuschlüpfen." Möglichkeiten dazu gäbe es möglicherweise beim VW-Konzern, unter dessen Dach Porsche schlüpfen soll. Die Wolfsburger eröffnen Ende Mai ihr neues Werk in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee.

Je mehr Autos im Ausland verkauft werden, desto größer wird das Interesse der Unternehmen, auch vor Ort zu produzieren. So können sie beispielsweise Einfuhrzölle und starke Währungsschwankungen umgehen. Für die Schwaben wird der boomende chinesische Markt immer bedeutender, auch auf dem wichtigen US-Markt läuft es nach der Krise wieder rund.

Die Wagen werden derzeit im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und in Leipzig gebaut. In Stuttgart werden die Sportwagen 911, Boxster und Cayman montiert und die Motoren für alle Baureihen produziert. Im zweiten Werk des Sportwagenbauers in Leipzig wird seit der Eröffnung 2002 der Geländewagen Cayenne montiert. 2009 kam nach einer ersten Erweiterung die Limousine Panamera hinzu. Künftig soll dort auch der kleine Geländewagen Cajun entstehen. Dafür wird das Werk deutlich ausgebaut.

Kommentare (5)

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Profit

13.05.2011, 18:39 Uhr

Paßt doch. Nix wie weg von Stuttgart und raus aus Baden-Württemberg. Vielleicht gibt es für Porsche ja noch ein Abschiedsgeschenk von den Grünen. Der Naivste von allen ist dieser komische Porsche-Betriebsratschef. Er hat sich bisher noch von jedem über den Tisch ziehen lassen. Obwohl er Judo-Meister ist, eigentlich verwunderlich. Die Arbeitnehmer im Ländle werden noch merken, welche industriefeindlichen Leute sie gewählt haben. Aber wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er jedem Mist auf den Leim.

Account gelöscht!

13.05.2011, 20:41 Uhr

Als der Monarchie abgeschafft wurde, gab es auch jede Menge Bedenken. Und? Die Grünen sind ein weit geringeres Übel als eine falsche Markenstrategie. Deutsch ist ein Auto nur, wenn es aus Deutschland kommt. Das gilt um so mehr, wenn es sich um einen relativ kleinen und speziellen Hersteller handelt.

Account gelöscht!

13.05.2011, 20:41 Uhr

Als der Monarchie abgeschafft wurde, gab es auch jede Menge Bedenken. Und? Die Grünen sind ein weit geringeres Übel als eine falsche Markenstrategie. Deutsch ist ein Auto nur, wenn es aus Deutschland kommt. Das gilt um so mehr, wenn es sich um einen relativ kleinen und speziellen Hersteller handelt.

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