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15.03.2017

06:42 Uhr

Spritverbrauch

Trump will weniger Umweltregeln für Autobauer

US-Präsident Donald Trump plant einem Medienbericht zufolge offenbar, den Autoherstellern mit einer erneuten Änderung der Umweltvorschriften Kosten in Milliardenhöhe zu ersparen. Obamas Regeln würden damit zurückgedreht.

Im US-Bundesstaat Tennessee werden deutsche Autos gebaut. dpa

Volkswagen-Werk Chattanooga

Im US-Bundesstaat Tennessee werden deutsche Autos gebaut.

New YorkDer Präsident werde am Mittwoch bei seinem Besuch der Autobranche rund um die Industriemetropole Detroit ankündigen, die Regeln zum Spritverbrauch und Abgasausstoß auf den Prüfstand zu stellen, berichtete der Finanzdienst Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf zwei Insider. Damit würden die Weichen gestellt, um eine Regelverschärfung zurückzudrehen, die noch kurz vor dem Regierungswechsel beschlossen worden war.

Deutsche Autobauer in Mexiko und den USA

BMW in Mexiko

Der Münchner Oberklasse-Autobauer begann Mitte 2016 mit dem Bau seines ersten großen mexikanischen Werkes in San Luis Potosi. Ab 2019 soll dort der absatzstarke 3er für den Weltmarkt gebaut werden. Die jährliche Produktionskapazität des Werkes liegt bei 150.000 Stück. Es sollen mindestens 1500 neue Arbeitsplätze entstehen.

BMW in den USA

In seinem weltweit größten Werk Spartanburg, gemessen an der Produktionskapazität, baut BMW Geländewagen. Im vergangenen Jahr liefen rund 411.000 X-Modelle vom Band, 70 Prozent davon wurden aus den USA exportiert. An dem seit 1994 bestehenden Standort arbeiten mehr als 8000 Beschäftigte.

Volkswagen in Mexiko

VW betreibt in Puebla seit mehr als 50 Jahren eines seiner größten Werke mit zuletzt annähernd 15.000 Beschäftigten. Der Großteil der dort vom Band laufenden Autos wie der Jetta oder der Käfer-Nachfolger Beetle wird in die USA geliefert. Nun kommt der SUV Tiguan hinzu, der als verlängerte Version unter dem Namen Allspace auf den US-Markt gebracht werden soll.

Volkswagen in den USA

VW hat sein 2011 eröffnetes Werk in Chattanooga/Tennessee zuletzt 2015 vergrößert. Die Fabrik mit ihren rund 3200 Beschäftigten hat eine Produktionskapazität von etwa 150.000 Stück. Neben dem Passat soll dort in diesem Jahr der neue SUV für den US-Markt namens Atlas vom Band rollen.

Audi in Mexiko

Die VW-Premiumtochter hat im Herbst 2016 ihr Werk in San Jose Chiapa eröffnet und fährt derzeit die Produktion hoch. Bis zu 150.000 Fahrzeuge können in dem Werk gebaut werden. Audi fertigt dort den Geländewagen Q5 - für mehr als 100 Märkte weltweit. Im Audi-Werk sollen insgesamt 4200 Arbeitsplätze entstehen.

Audi in den USA

In den USA hat die Marke mit den vier Ringen ebenso wie die Konzernschwester Porsche keine Fertigung.

Daimler in Mexiko

Daimler zieht gerade zusammen mit seinem französisch-japanischen Partner Renault /Nissan ein Pkw-Werk in Aguascalientes hoch, in dem Kompaktmodelle vom Band rollen sollen. Die Produktion von Fahrzeugen der Nissan-Nobelmarke Infiniti soll im November 2017 anlaufen, Mercedes-Benz will im Frühjahr 2018 mit Kompaktwagen wie der neuen A-Klasse oder dem Mini-SUV GLA starten. Die in der Nähe eines bereits bestehenden Nissan-Werks gelegene Fabrik soll eine Jahreskapazität von 230.000 Fahrzeugen haben und im Jahr 2020 rund 3600 Mitarbeiter beschäftigen.

Daimler in den USA

Mercedes-Benz baut am Standort Tuscaloosa/Alabama Geländewagen und die C-Klasse für den nordamerikanischen Markt. Die seit 1995 bestehende Fabrik hat mehr als 3500 Beschäftigte und eine Produktionskapazität von rund 300.000 Fahrzeugen im Jahr. Einschließlich Nutzfahrzeugproduktion und Forschung hat Daimler rund 22.000 Beschäftigte in den USA.

Für die Autolobby wäre es ein großer Erfolg, wenn das unter Trump vom Klimawandelskeptiker Scott Pruitt geleitete Umweltamt EPA diesen Schritt machen würde. Die Behörde hatte die von der Obama-Regierung vorgeschlagenen Regeln, die von 2022 bis 2025 umgesetzt werden sollen, im Januar vorzeitig bestätigt und damit für großen Unmut in der Branche gesorgt.

Es geht um viel Geld. Die EPA hatte kalkuliert, dass es die Autobauer rund 33 Milliarden Dollar (31 Mrd Euro) kosten würde, die Standards zu erfüllen. Die Vorteile etwa durch niedrigere Spritkosten führten jedoch zu fast dreimal so hohen Einsparungen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

15.03.2017, 08:21 Uhr

Als ich im Nahen Osten lebte waren grosse Fahrzeuge populär...Ford L, Hummer, GMC Suburban, Toyota mit V8... Diese Fahrzeuge waren auf langen Strecken bequem, technisch simpel und deshalb auch nicht teuer. Das Fahren hat Spass gemacht. Ein Benzinverbrauch von knapp 30 L störte bei den dortigen Benzinpreisen niemanden. Die US Amerikaner gehen zwar sehr viel sparsamer mit Energie um als die Araber in den Golfstaaten, Benzin ist dort auch viel teurer, gleichwohl sind auch dort die grossen, einfachen Autos beliebt.

Die Ökoreligion predigt eine asketische, mittelalterlich verarmte Gesellschaft in der sich nur mehr wenige heutigen Wohlstand leisten. Ungläubige werden mit dem Weltuntergang durch "Endliche Rohstoffe", "Waldsterben", oder aktuell dem "Klimawandel" bedroht.

Deshalb haben dann die Ökojihaddisten der EPA der Obamaadministration die grossen Autos ins Visier genommen. Ähnlich Europa wo die Ökojihaddisten dem Diesel die Garotte um den Hals gelegt haben, sollten die grossen Autos mit Umwelt- und Verbrauchsvorschriften erwürgt werden. Hohe Auflagen machen die Autos teurer und sensibler. Irgendwann können dann nur mehr Elektrokleinwagen sinnvoll gebaut und verkauft werden.

Es freut mich für die Amerikaner dass sie sich dem Ökoterror entziehen und ihre moderne Lebensweise weiterleben können.

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