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03.05.2011

09:28 Uhr

Spyker Cars

Chinesen retten Saab in letzter Minute

Der chinesische Autobauer Saab sichert das Überleben von Saab. Die Chinesen überweisen einen dreistelligen Millionenbetrag, und Saab darf erst einmal weitermachen.

Das Logo von Saab. Quelle: dpa

Das Logo von Saab.

Stockholm/PekingKapital aus China rettet den akut vom Aus bedrohten schwedischen Autobauer Saab vorerst. Wie Saabs Eigner Spyker Cars und der chinesische Autokonzern Hawtai am Dienstag in Peking mitteilten, sollen für die vereinbarte strategische Allianz „mittelfristig“ 120 Millionen Euro aus China bereitgestellt werden.  

Zum Neustart der wegen Geldmangels seit drei Wochen unterbrochenen Produktion bekommt Saab außerdem einen kurzfristigen Kredit über 30 Millionen Euro. Der deutlich größere heimische Konkurrent Volvo gehört seit dem vergangenen Jahr zum chinesischen Konzern Geely.  Der niederländische Spyker-Chef Victor Muller sagte, nach „mehreren Wochen mit schlechten Nachrichten“ gebe es jetzt die richtige Lösung für Saab. Hawtai ist ein vergleichsweise kleiner und junger Konzern mit eigenen Produktionskapazitäten für 200 000 Autos in China. Bei dem seit 20 Jahren fast immer mit Verlusten arbeitenden schwedischen Traditionsunternehmen Saab waren im vergangenen Jahr nur noch 32 000 Wagen vom Band gerollt.  

Nach dem Saab-Verkauf an Spyker durch den US-Autobauer General Motors hatte Muller vergeblich versucht, den umstrittenen russischen Finanzier Wladimir Antonow als neuen Haupteigner in Position zu bringen. Weil das Unternehmen seine Rechnungen nicht mehr bezahlen konnte, musste die Produktion vor knapp vier Wochen wegen fehlender Komponenten eingestellt werden. Saab beschäftigt im Stammwerk Trollhättan 3700 Mitarbeiter.    

Spyker Cars hat im ersten Quartal einen Verlust von 76,3 Millionen Euro erlitten, nach einem Gewinn von 3,6 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg aber von 43,7 auf 257,1 Millionen Euro, weil die Firma Saab gekauft hatte. „Es ist derzeit unklar, welche Konsequenzen für das Gesamtjahr 2011 entstehen aus dem Produktionsstopp und den finanziellen Themen, aber es ist realistisch anzunehmen, dass unser Verkaufsziel von 80.000 Autos nicht länger machbar ist“, sagte Spyker-Chef Victor Muller.

Saab verkaufte 9.400 Autos im ersten Quartal, nach 4.900 im Vorjahresquartal. Der März sei der stärkste Verkaufsmonat gewesen, seit die Firma von General Motors im Januar 2010 an Spyker verkauft worden sei. Neue Modelle sollen später im Jahr auf den Markt kommen. Diese würden den Absatz im zweiten Halbjahr ankurbeln, sagte der scheidende Saab-Chef Jan Ake Jonsson.

Gleichzeitig erklärte Spyker, die Firma wolle sich auf der nächsten Hauptversammlung am 19. Mai in „Swedish Automobile“ umbenennen. Zusammen mit der schwedischen Abkürzung für Aktiengesellschaft (Aktiebolaget, AB) würde wieder das bekannte Kürzel entstehen: S.A.A.B. Spyker hat mittlerweile seine eigene Sportwagen-Fabrikation für 15 Millionen Euro an den russischen Investor Wladimir Antonow verkauft.

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