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28.01.2009

16:14 Uhr

Staatliche Hilfe

Briten garantieren Kredite für Autofirmen

VonKatharina Kort und Dirk-Hinrich Heilmann

Weltweit wird die Autoindustrie derzeit staatlich unterstützt. Auch Grossbritannien will der Brachne mit Krediten und Kreditgarantien von einer Milliarde Pfund bei der Modernisierung helfen. Auch Italien denkt über Unterstützungen und eine Verschrottungsprämie nach.

Mit Kreditgarantien möchte die britische Regierung heimische Marken wie den Mini stärken. Foto: Reuters Reuters

Mit Kreditgarantien möchte die britische Regierung heimische Marken wie den Mini stärken. Foto: Reuters

LONDON. Die britische Regierung will der Autoindustrie mit Krediten und Kreditgarantien unter die Arme greifen. Zusätzlich zu den 1,3 Milliarden Pfund (1,4 Milliarden Euro) aus einem Topf der Europäischen Investmentbank will London eine Milliarde Pfund aus eigenen Kassen bereitstellen. Das hat Wirtschaftsminister Peter Mandelson gestern im Parlament angekündigt. "Die Autoindustrie ist keine lahme Ente, und dies ist kein Rettungspaket", betonte Mandelson. Das Geld stehe für Investitionen in emissionsärmere Autos und für die Fortbildung zur Verfügung. Mandelson wird am heutigen Mittwoch auf einem Branchengipfel mit Vertretern der Industrie diskutieren.

Die britische Autoindustrie produziert nach Angaben ihres Branchenverbandes SMMT mit 850 000 Beschäftigten einschließlich Zulieferern 1,65 Millionen Autos im Jahr. Rund drei Viertel davon werden exportiert. Allerdings ist die Industrie praktisch vollständig in der Hand ausländischer Firmen. Toyota, Nissan und Honda stellen hier Autos für den europäischen Markt her. Traditionsreiche englische Hersteller erleben in ausländischer Hand eine neue Blüte, so wie Mini und Rolls-Royce als Töchter von BMW und Bentley als Tochter von VW. Jaguar und Land Rover gehören zur indischen Tata-Gruppe und die Opel-Schwesterfirma Vauxhall zu General Motors.

Die Sorgen der Industrie sind die gleichen wie anderswo: der Umsatz ist im Dezember um ein Fünftel, die Produktion wegen Werksferien um die Hälfte eingebrochen. Nissan hat 1 200 Stellen gestrichen, Jaguar und Land Rover 450.

Auch in Italien findet heute ein Autogipfel statt. Fiat-Chef Sergio Marchionne trifft mit der Regierung und anderen Industrievertretern zusammen. Er warnt, dass die Branchenkrise bis zu 60 000 Arbeitsplätze gefährde, wenn die Regierung nicht helfe. Diese hat dafür ein offenes Ohr. Sie erwägt sowohl staatliche Garantien für die Autofinanzierung als auch Verschrottungsprämien. Beides käme vor allem Fiat zugute. dih/kk

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