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23.10.2012

14:53 Uhr

Staatliches Rettungspaket

Frankreich bietet Peugeot-Sparte Milliarden-Hilfe an

Insiderinformationen zufolge kann die Finanzsparte des kriselnden Autobauers PSA Peugeot Citroen mit staatlichen Garantien in Höhe von bis zu sieben Milliarden Euro rechnen. Dafür soll Peugeot aber auch Jobs garantieren.

Staatsangelegeneheit PSA: Peugeot-Citroën-Chef Philippe Varin (Rechts) und der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault (Mitte). AFP

Staatsangelegeneheit PSA: Peugeot-Citroën-Chef Philippe Varin (Rechts) und der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault (Mitte).

ParisDie französische Regierung bietet der Finanzsparte des kriselnden Autobauers PSA Peugeot Citroen Verhandlungskreisen zufolge ein milliardenschweres Rettungspaket an. So seien staatliche Garantien im Umfang von fünf bis sieben Milliarden Euro im Gespräch, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Damit soll der Bank ermöglicht werden, sich weiter an den Märkten zu refinanzieren, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus informierten Kreisen erfuhr.

Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici hatte vor einer Woche bekanntgegeben, Hilfen für die Bank zu prüfen. Die französische Regierung erwartet dafür aber ein Entgegenkommen des Autobauers, der im Zuge von Sparmaßnahmen 8000 Stellen streichen will. Vertreter der französischen Regierung und des Autokonzerns trafen sich am Montagabend in Paris, um über die Hilfen für die BPF-Bank zu beraten.

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Industrieminister Arnauld Montebourg machte aber deutlich, dass die Regierung ihre Hilfe für die angeschlagene Finanzierungssparte Banque PSA Finance an Bedingungen knüpft. Der Konzern müsse Abstand von seinem zuletzt angekündigten Stellenabbau nehmen und eine Standortgarantie für die Werke in Frankreich geben, forderte Montebourg in einem Interview der Zeitung "Liberation". Es gehe darum, „hunderte“ Arbeitsplätze bei PSA zu retten. Keiner der PSA-Mitarbeiter dürfe auf der Straße landen.

Darüber hinaus müsse Peugeot in sein Aufsichtsgremium mehrere Arbeitnehmervertreter sowie eine Vertrauensperson der Regierung aufnehmen. Beim Rivalen Renault sitzen zwei Regierungsvertreter im Kontrollgremium. Der französische Staat ist mit 15 Prozent an Renault beteiligt.

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Belastet durch hohe Produktionskosten und große Überkapazitäten verliert Peugeot im Preiskampf auf dem schwächelnden Automarkt in Europa gegen Rivalen wie Volkswagen immer mehr an Boden. Nach jüngsten Herabstufungen der Kreditwürdigkeit droht der Finanzierungssparte zudem der Ramsch-Status, was Kredite teurer machen und die Wettbewerbsfähigkeit weiter verschlechtern würde.

Die Banque PSA Finance (BPF) ist eine hundertprozentige Tochter des Autokonzerns. Sie vergibt Kredite an Peugeot- und Citroën-Händler wie auch an Autokäufer. Die Bank an sich ist vergleichsweise gut aufgestellt und verzeichnete im ersten Halbjahr 2012 einen Gewinn von 271 Millionen Euro. Allerdings leidet sie unter den Schwierigkeiten des Mutterhauses.

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PSA Peugeot Citroën stellt am Mittwoch seine Zahlen für das dritte Quartal 2012 vor. Noch in dieser Woche dürfte der Konzern zudem genauere Angaben über die geplante Zusammenarbeit mit der Opel-Mutter General Motors (GM) machen. GM und PSA hatten Ende Februar eine weltweite strategische Allianz bekanntgegeben, GM stieg mit sieben Prozent bei PSA ein. Nachdem zunächst von einer Zusammenarbeit im Einkauf von Material sowie von der gemeinsamen Entwicklung von Modellen die Rede war, gab es zuletzt auch Spekulationen über eine Fusion von Opel mit Peugeot.

Kommentare (1)

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23.10.2012, 16:01 Uhr

Die Franzosen alimentieren ihre Mobilschrottproduzenten mit Geld, dass sie letzten Endes über die EU-Umverteilungsmechanismen auch von Deutschland bekommen.

Die Steuern, die u.a. VW zahlt, dienen also dazu, Peugeot am Leben zu erhalten.

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