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28.02.2013

14:22 Uhr

Staatsanwalt ermittelt

Daimler droht Strafprozess wegen Insiderhandels

Die Verkäufe von EADS-Anteilen sind schon Jahre her, doch jetzt droht Daimler deswegen ein Strafverfahren. Der Konzern soll von Lieferschwierigkeiten bei Airbus gewusst haben. Und damit ist der Autobauer nicht allein.

Aktionäre bei der Daimler-Hauptversammlung: Der Konzern soll beim Verkauf seiner EADS-Anteile von Insiderwissen profitiert haben. dpa

Aktionäre bei der Daimler-Hauptversammlung: Der Konzern soll beim Verkauf seiner EADS-Anteile von Insiderwissen profitiert haben.

ParisWegen mutmaßlichen Insiderhandels beim Verkauf von Anteilen des Luftfahrt- und Rüstungsriesen EADS könnte den Konzernen Daimler und Lagardère in Frankreich der Prozess gemacht werden. Die Staatsanwaltschaft von Paris beantragte im Zusammenhang mit dem Verkauf von EADS-Aktien in den Jahren 2005 und 2006 die Eröffnung eines Strafprozesses, wie am Donnerstag aus Justizkreisen verlautete. Nun muss ein Untersuchungsrichter entscheiden, ob es zu einem Verfahren kommt.

Gegen den deutschen Daimler-Konzern und die französische Unternehmensgruppe Lagardère war Anfang 2011 ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Ihnen wird vorgeworfen, beim Verkauf von EADS-Aktien von internem Wissen profitiert zu haben. Beide Konzerne hatten im April 2006 den Verkauf von jeweils 7,5 Prozent der EADS-Anteile bekanntgegeben. Zwei Monate später gab EADS dann Lieferprobleme beim Riesen-Airbus A380 bekannt, was zu einem massiven Kurssturz der Aktie führte.

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Die Staatsanwaltschaft von Paris will auch sieben Einzelnen den Prozess machen, unter ihnen dem früheren EADS-Ko-Chef Noël Forgeard. Die französische Börsenaufsicht AMF hatte die Vorfälle ebenfalls untersucht. Im Dezember 2009 sprach die AMF aber alle 17 von den Ermittlungen betroffenen EADS-Manager vom Vorwurf des Insiderhandels frei.

Auch EADS selbst sowie Daimler und Lagardère entlastete die AMF. Daimler und Lagardère ziehen sich im Zuge einer im Dezember beschlossenen Neuordnung der EADS-Aktionärsstruktur aus dem Konzern zurück.

Von

afp

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