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04.07.2017

11:26 Uhr

Stada

Investoren bereiten neue Übernahme vor

Im Ringen um die jüngst gescheiterte Stada-Übernahme steht ein neues Kapitel bevor. Die Finanzinvestoren Bain und Cinven denken über ein neues Angebot nach. Vorstandschef Matthias Wiedenfels droht dagegen die Abberufung.

Der Stada-Aufsichtsrat hat den Vorstandschef am Dienstag abberufen. Stada

Matthias Wiedenfels

Der Stada-Aufsichtsrat hat den Vorstandschef am Dienstag abberufen.

Bad VilbelDer Übernahmekampf um den hessischen Pharmakonzern Stada könnte bald in eine neue Runde gehen. Nur wenige Tage nach ihrer gescheiterten ersten Offerte bringen sich Bain und Cinven wieder in Stellung. Die beiden Finanzinvestoren erwägen, bei der Finanzaufsicht Bafin einen Antrag auf Befreiung von der einjährigen Sperrfrist für ein neues Übernahmeangebot zu stellen, wie Stada am Dienstag per Börsenpflichtmitteilung erklärte.

Der Arzneimittelhersteller prüft jetzt, ob er dem Antrag zustimmen würde und will dann die Öffentlichkeit weiter informieren. Laut Gesetz können Bain und Cinven eigentlich erst 2018 ein neues Angebot vorlegen. Wenn Stada einen neuen Anlauf unterstützt und die Bafin zustimmt, ist dies aber auch früher möglich.

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Die Übernahme des Pharmakonzerns durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven ist knapp gescheitert. Daraufhin betont Stada seine eigene Kraft. Die Märkte setzen aber auf eine neue Offerte von Investoren.

In diesem Fall wäre der Weg für eine neue Offerte von Bain und Cinven frei. Beide waren erst vergangene Woche mit dem ersten Gebot über 66 Euro je Aktie, das Stada inklusive Schulden mit gut 5,3 Milliarden Euro bewertet hatte, knapp gescheitert. Das Investorenduo hatte die erforderliche Annahmequote der Aktionäre von 67,5 Prozent allerdings nur um rund 2 Prozentpunkte verfehlt. Daher machten schnell die Gerüchte über eine neue Offerte für Stada die Runde. Das Unternehmen, das bis zuletzt für die Übernahme geworben hatte, hatte sich offen dafür gezeigt.

Dabei könnte ein neues Angebot schon diese Woche kommen, wie die „Financial Times“ berichtet. So sei eine Zustimmung von Stada und Bafin binnen 48 Stunden möglich. Dabei berichtet die Zeitung aus informierten Kreisen, dass der Preis bei 66 Euro je Aktie bleibe, die Mindestannahmeschwelle aber auf 65 Prozent oder weniger gesenkt werden könnte. Zudem wäre eine verkürzte Andienungsfrist möglich. Laut dem Bericht sollen die Investoren im Gespräch mit Hedgefonds sein, die Bain und Cinven ihre Stada-Aktien nicht angedient hatten. Cinven und Stada wollten dies nicht kommentieren, Bain war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Die mögliche Wendung beflügelte die Stada-Aktie. Das Papier stieg am Dienstagmorgen um 2,4 Prozent auf knapp 64 Euro.

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Unterdessen berät der Aufsichtsrat von Stada Agenturberichten zufolge am Dienstag über einen Wechsel an der Spitze. Das Gremium unter der Führung von Carl Ferdinand Oetker sei auf der Suche nach einem möglichen Nachfolger für Vorstandschef Matthias Wiedenfels fündig geworden, berichten die Nachrichtenagentur Reuters und der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf Insider. Der neue Vorstandschef solle von außen kommen.

Wiedenfels war vor etwa einem Jahr „bis auf weiteres“ zum Stada-Chef berufen worden, sein Vertrag als gewöhnlicher Vorstand läuft bis 2020. Der erwartete neue Anlauf von Bain und Cinven zu einer Übernahme von Stada sei von der Personalie unberührt. Wie Wiedenfels habe auch der neue Kandidat nichts gegen einen Verkauf des Unternehmens. Stada wollte sich nicht dazu äußern.

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