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29.03.2017

11:59 Uhr

Stada

Konzernumbau belastet stärker als erwartet

Der Gewinn von Stada fällt noch niedriger aus als zunächst in Aussicht gestellt. Unter dem Strich blieben nur 85,9 Million Euro hängen. Zum laufenden Bieterkampf hält sich der Arzneimittelhersteller weiter bedeckt.

Um den Generika-Hersteller wetteifern derzeit zwei Konsortien aus den Finanzinvestoren Advent und Permira sowie Bain und Cinven. dpa

Produktion bei Stada

Um den Generika-Hersteller wetteifern derzeit zwei Konsortien aus den Finanzinvestoren Advent und Permira sowie Bain und Cinven.

Bad VilbelDer von Finanzinvestoren umworbene Pharmakonzern Stada peilt trotz einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr höhere Ziele an. Der Hersteller von Generika (Nachahmerprodukten) und rezeptfreien Markenprodukten plane eine Produktoffensive in beiden Sparten und neue Optimierungsmaßnahmen, sagte Vorstandschef Matthias Wiedenfels am Mittwoch. „Unsere Generika-Pipeline ist gut gefüllt.“ Dieses Jahr seien noch mindestens 35 neue Generika geplant. Zudem werde Stada fünf neue Markenprodukte in Deutschland herausbringen, dazu zwei in Frankreich und eines in Spanien.

Im neuen Jahr will der MDax-Konzern weiter zwischen 2,28 und 2,35 Milliarden Euro Umsatz und 195 bis 205 Millionen Euro Gewinn machen. „Wir sind überzeugt, dass Stada auf einem guten Weg ist“, sagte Finanzvorstand Helmut Kraft. Der Jahresstart sei vielversprechend verlaufen. Mit dem Ausblick stärkt sich Stada in den Gesprächen mit den Bieterkonsortien um die Finanzinvestoren Permira und Advent sowie Bain und Cinven. Sie sollen je 3,6 Milliarden bieten. Der Konzern sei in „guten und intakten Gesprächen“, sagte Vorstandschef Wiedenfels.

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Einen Zeitplan für den Prozess legte er nicht vor. Zuletzt verzögerten sich die Verhandlungen, da Stada einen höheren Kaufpreis verlangt hatte. Es gehe um das beste, nicht um das schnellste Ergebnis, sagte Wiedenfels. „Wir werden Werte für die Aktionäre schaffen.“ Vorstand und Aufsichtsrat hätten „100-prozentig“ das gleiche Ziel, sagte Wiedenfels und trat Gerüchten um Meinungsverschiedenheiten entgegen.

Zu den zuletzt bekannt gewordenen Spitzelaktionen in seinem Dienstwagen im vergangenen Jahr hielt sich Wiedenfels bedeckt. „Die Abhöraktionen haben nichts mit dem Bieterprozess zu tun.“

Im vergangenen Jahr hat Stada noch weniger verdient als bereits Anfang März mitgeteilt worden war. Der Umsatz stieg nur leicht auf 2,1 Milliarden Euro, der Gewinn fiel um 22 Prozent, auf 85,9 Millionen Euro (Vorjahr: 110,4 Millionen Euro). Grund ist eine unbekannte Transaktion, welche die Zahlen weiter drückte.

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Stada litt 2016 auch unter den Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Der Umsatz dort fiel um gut ein Viertel. Zudem belasteten Währungseffekte in Großbritannien, wo das britische Pfund nach dem Brexit-Votum abgestürzt ist, das Ergebnis. Stada hatte überdies das Brasilien-Geschäft eingestellt und sich aus Ägypten zurückgezogen.

Für 2019 bestätigte Stada seine ambitionierteren Ziele. Bis dahin will Stada 2,65 bis 2,7 Milliarden Euro Umsatz und 250 bis 270 Millionen Euro Gewinn erzielen. Neuen Schub geben sollen ein stärkerer Vertrieb und zusätzliche Einsparungen, etwa in Produktion und Einkauf. Zudem will Stada bis 2019 vier große Biosimilars – Nachahmerprodukte für biotechnologisch hergestellte Arzneien – herausbringen. Zudem will Stada mindestens sieben neue Markenprodukte in die internationale Märkte drücken.

Von

dpa

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