Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2011

10:26 Uhr

Stadtwerke-Gruppe

Versorger MVV tastet sich ins neue Jahr

Der Versorger MVV Energie erwartet fürs noch junge Geschäftsjahr keine großen Wachstumsimpulse. Das Unternehmen rechnet vielmehr mit gleichbleibenden Gewinnen und Umsätzen. MVV bleibt lieber vorsichtig.

Das Logo von MVV Energie. action press

Das Logo von MVV Energie.

HB FRANKFURT. Die Stadtwerke-Gruppe MVV Energie will im Umweltgeschäft expandieren und in den britischen Markt vordringen. MVV sei bevorzugter Bieter für ein neues mit Abfall befeuertes Heizkraftwerk in Plymouth, teilte das Mannheimer Unternehmen am Mittwoch mit. Bis Ende März soll das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 250 Millionen Euro unter Dach und Fach sein. Die Anlage zur Erzeugung von Strom und Wärme im Südwesten Englands werde dann 2014 in Betrieb gehen. Für das laufende Geschäftsjahr (per Ende September) bleibt der Versorger vorsichtig und peilt lediglich an, Umsatz und Gewinn konstant zu halten.

Mit dem neuen Projekt könne MVV Know-how und Erfahrung mit Kraft-Wärme-Kopplung sowie dem Bau und Betrieb von Kraftwerken in den britischen Markt einbringen, sagte Vorstandschef Georg Müller auf der Bilanz-Pressekonferenz. Das Vorhaben werde überwiegend mit Fremdkapital finanziert. In der Anlage sollen jährlich rund 245 000 Tonnen Abfälle aus Haushalten, Gewerbe und Industrie verbrannt werden. Mit der so produzierten Wärme soll eine benachbarte Marinebasis versorgt werden. Das Kraftwerk werde ab 2014 durchschnittlich 20 Millionen Euro pro Jahr zum Konzernergebnis beitragen, stellte MVV in Aussicht.Das Unternehmen betreibt in Deutschland bereits fünf thermische Abfallanlagen mit einer Gesamtkapazität von 1,6 Millionen Tonnen pro Jahr.

MVV will künftig verstärkt in die Geschäftsfelder Energiedienstleistungen und Umwelt sowie in erneuerbare Energien investieren. Zudem hat sich das Unternehmen Kostensenkungen verordnet: Bis 2012/13 sollen sich die jährlichen Einsparungen auf 20 bis 30 Millionen Euro belaufen. Um dieses Ziel zu erreichen, will das Unternehmen bis 2020 netto 450 Stellen abbauen. Im laufenden ersten Geschäftsquartal bildet MVV für die Sparmaßnahmen Rückstellungen in Höhe von 31 Millionen Euro.

2009/10 steigerte die Stadtwerke-Gruppe den Umsatz um sechs Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) lag mit 239 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.

Damit habe sich das Unternehmen in einem schwierigen Marktumfeld behauptet, sagte Müller. „Wir tappen nicht auf der Stelle, vielmehr haben wir unseren Konzern umgebaut und auf mehrere tragende Säulen gestellt.“ Die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr soll mit 0,90 Euro je Aktie konstant bleiben.

Die im Kleinwerte-Index SDax notierte MVV-Aktie tendierte am frühen Nachmittag 0,6 Prozent höher bei 27,10 Euro.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×