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21.03.2013

13:41 Uhr

Stagnierender Gewinn

Bahntechniker Vossloh kappt Dividende

Seit zwei Jahren schwächelt der Bahntechnikkonzern Vossloh nun schon. Das kriegen auch die Aktionäre zu spüren. 2012 konnte der Gewinn nicht gesteigert werden, weshalb die Dividende um 20 Prozent gekürzt wird.

Ein Arbeiter kontrolliert im Werk von Vossloh das Ergebnis seiner Arbeit. Der Bahntechnikkonzern kürzt die Dividende. dapd

Ein Arbeiter kontrolliert im Werk von Vossloh das Ergebnis seiner Arbeit. Der Bahntechnikkonzern kürzt die Dividende.

DüsseldorfDer Bahntechnikkonzern Vossloh kappt bei stagnierendem Gewinn die Dividende. Im operativen Geschäft verharrte der Gewinn (Ebit) 2012 mit 97,5 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres, wie der Konzern am Donnerstag im Vorfeld der Bilanz-Presekonferenz in Frankfurt mitteilte. Der Überschuss kletterte nur leicht um fünf Prozent auf 59,2 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen eine um 50 Cent auf zwei Euro je Aktie reduzierte Dividende erhalten. Die Erlöse legten im vergangenen Jahr um knapp vier Prozent auf 1,243 Milliarden Euro zu.

Vorstandssprecher Werner Andree kündigte auch für das laufende Jahr stagnierende Gewinne an, während er beim Umsatz ein Plus von fünf bis zehn Prozent anpeilt. „Trotz bereits ergriffener Optimierungsmaßnahmen könnte die Ebit-Marge damit auf rund sieben Prozent im Jahr 2013 zurückgehen,“ erklärte er. Bereits 2012 war die Rendite auf 7,8 (Vorjahr: 8,1) geschrumpft.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Seit 2011 schwächelt Vossloh: Damals gerieten die Geschäfte in Russland und China ins Stocken und führten zu einem Gewinneinbruch. In der Volksrepublik werden zwar inzwischen wieder Bestellungen abgerufen, doch sorgt derweil die Investitionszurückhaltung der europäischen Schuldenstaaten bei Vossloh für zunehmendes Ungemach.

Von

rtr

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