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02.04.2014

13:57 Uhr

Stahl-Branche

EU verhängt Millionenstrafen gegen deutsche Firmen

Jahrelang haben vier Unternehmen die Preise von Stahl-Strahlmitteln abgesprochen. Zwei deutsche Firmen müssen drei Millionen Euro zahlen, einen französischen Konkurrenten trifft es deutlich härter.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia: Alle Firmen räumten die Verstöße ein und bekamen daher zehn Prozent Ermäßigung auf die ursprünglichen Bußgelder. dpa

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia: Alle Firmen räumten die Verstöße ein und bekamen daher zehn Prozent Ermäßigung auf die ursprünglichen Bußgelder.

BrüsselWegen Beteiligung an einem Kartell müssen zwei deutsche Hersteller von Stahl-Strahlmitteln Millionenstrafen zahlen. Die Firmen Metalltechnik Schmidt und Eisenwerk Würth wurden mit Bußgeldern von rund zwei und einer Million Euro belegt, wie die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Winoa aus Frankreich muss demnach sogar 27,5 Millionen Euro für die Beteiligung am Kartell zahlen, während die US-Firma Ervin befreit wird, weil sie das Kartell in Brüssel angezeigt hatte.

Stahl-Strahlmittel sind nach den Erläuterungen der Kommission lose kleine Stahlteile, mit denen Metallflächen gereinigt oder verfestigt werden. Sie kommen zum Beispiel in der Autobranche und der petrochemischen Industrie zum Einsatz, zudem kann man mit ihnen harte Steine wie Marmor schneiden.

Die vier Kartellmitglieder hatten sich laut Kommission bis 2010 insgesamt mehr als sechs Jahre lang über ihre Preise in Europa abgesprochen. Außerdem hätten sie vereinbart, sich um einzelne Kunden nicht zu streiten.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Die Strafen fallen für die Unternehmen so unterschiedlich hoch aus, weil verschiedene Kriterien in die Berechnung einfließen, darunter der Umsatz. Alle Firmen räumten die Verstöße ein und bekamen daher zehn Prozent Ermäßigung auf die ursprünglichen Bußgelder eingeräumt.

Von

afp

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