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25.10.2011

14:22 Uhr

Stahlhersteller

Arcelor-Mittal bricht Milliardenübernahme ab

Der Stahlhersteller Arcelor-Mittal zieht sich überraschend aus dem milliardenschweren Kaufkonsortium für den weltgrößten Kohlestaub-Produzenten Macarthur zurück. Der Grund für den Rückzug ist noch nicht bekannt.

Das Arcelor Headquarter in Luxemburg.

Das Arcelor Headquarter in Luxemburg.

BrüsselArcelorMittal werde aus der Bietergemeinschaft mit der Peabody Energy aussteigen, teilten beide Firmen am Dienstag mit. Peabody werde damit die gesamten 100 Prozent an der Gesellschaft PEAMCoal halten, die zur Übernahme von Macarthur gegründet worden war. Eine Begründung für den Rückzug wurde zunächst nicht bekannt. 

Die Rohstoff-Giganten ArcelorMittal und Peabody hatten erst am Montag mitgeteilt, sich die Mehrheit an Macarthur gesichert zu haben. Die australische MacArthur hatte sich nach längerem Widerstand dem Druck gebeugt und das 4,9 Milliarden australische Dollar (3,6 Milliarden Euro) schwere Übernahme-Angebot der beiden Konzerne akzeptiert.

Kohlestaub spielt bei der Stahlproduktion eine wichtige Rolle. In der Kohlebranche war es zuletzt wegen der boomenden Stahl-Nachfrage aus China zu zahlreichen Übernahmen gekommen. Firmen aus der Volksrepublik, aus Indien sowie der ganzen Welt versuchen, sich Minen zu sichern, um die Nachfrage der Stahlhütten bedienen zu können.

 

Von

rtr

Kommentare (3)

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Konrad_von_Marburg

25.10.2011, 14:43 Uhr

Der Redakteur scheint hier etwas durcheinander gebracht zu haben: MacArthur stellt gewiß keinen Kohlestaub her. Staubentwicklung bei der Kohlegewinnung (insbesondere bei der Kohlewaschung) gilt vielmehr als ein großes Umweltproblem, da der feine Staub praktisch nicht transportiert und somit verwendet werden kann und deshalb vergraben wird.
Tatsächlich wird aber die grobe metallurgische Kohle unmittelbar vor der Befeuerung der Stahlöfen pulverisiert und in einem Luftgemisch eingeblasen. Dieses Technik nennt man pulverized coal injection (PCI) - gemahlen wird die zuvor grobe Kohle aber erst kurz vor der Verfeuerung.

Daniel

25.10.2011, 16:13 Uhr

Zitat von deren Homepage:
"Macarthur is the world's largest exporter of low volatile Pulverised Coal Injection (LV-PCI) coal used in the production of steel. This product is mined at Coppabella, Moorvale and Middlemount mines."

Das klingt schon so, als wäre die Kohle schon pulverisiert. Der Unterschied dürfte im "LV" liegen, oder ?

Konrad_von_Marburg

25.10.2011, 22:34 Uhr

Nein, "low volatile" bezieht sich auf den geringen Anteil flüchtiger Bestandteile (gasförmige Verbindungen, die unter Druck bzw. Temperatureinfluß unter Luftabschluß austreten (Pyrolyse) und metallurgische Kohle hat typischerweise wenig davon), die diese Kohle aufweist. Auch wenn der Begriff irreführen mag so ist "Pulverised Coal Injection coal" einfach Kohle, die sich für das PCI-Verfahren eignet und nicht Kohle, die bereits pulverisiert transportiert wird.
Wie erwähnt ist die Staubentwicklung ein großes Problem für Kohleproduzenten und alle Anstrengungen gehen dahin den Kohlestaub transportabel und dadurch verkäuflich zu machen. Einen Ansatz bietet die australische White Energy Company, die ein Verfahren entwickelt hat um feuchte Braunkohlen zu granulieren, zu trocken und dann zu brikettieren, wodurch die Braunkohle praktisch zur Steinkohle wird. Der dabei angewandte Brikettierungsprozeß soll bald auch zur Brikettierung von Steinkohlestaub verwendet werden, damit dieser verkäuflich wird.

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