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07.08.2012

14:20 Uhr

Stahlhersteller

Voestalpine erleidet Gewinneinbruch

Die schwache Konjunktur schlägt auf die Stahlbranche durch. Der österreichische Konzern Voestalpine meldet einen Gewinneinbruch. Doch der Konzern hält an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest.

Voestalpine-Chef Wolfgang Eder muss den Märkten einen Gewinneinbruch melden. Reuters

Voestalpine-Chef Wolfgang Eder muss den Märkten einen Gewinneinbruch melden.

WienDie robuste Nachfrage nach Spezialschienen und Luxusautos in Schwellenländern hilft dem österreichische Stahlkonzern Voestalpine über schwache Geschäfte in Europa hinweg. Zwar sei der operative Gewinn (Ebit) im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni um gut 27 Prozent auf 231 Millionen Euro eingebrochen, teilte der Linzer Konzern am Dienstag mit.

Voestalpine hält aber dennoch an der Prognose fest und geht für das Gesamtjahr von einem operativen Gewinn auf dem um Sondereffekte bereinigten Vorjahresniveau von rund 900 Millionen Euro aus. An der Börse hatten einige Anleger wegen der Krise in Europa offenbar mit schlechteren Zahlen oder gar einer Senkung der Prognose gerechnet. Weil diese aber ausblieben legte die Voestalpine-Aktie mehr als fünf Prozent zu.

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Konzernchef Eder will vor allem in den Schwellenländer wachsen.

Das traditionellen Stahlgeschäft von Voestalpine leidet am stärksten unter der mauen Nachfrage. Hier brach der operative Gewinn um knapp die Hälfte auf 52 Millionen Euro ein und trug somit nur noch rund 20 Prozent zum Konzernergebnis bei. Grund dafür sind die nur zögerlichen Bestellungen der Kunden. "Das wirtschaftliche Sentiment hat durch Staatsschuldenkrise, Eurokrise, Wachstumskrise und Überkapazitäten weiter gelitten", erklärte Voestalpine.

Das spiegelt sich auch in der mauen Entwicklung der europäischen Industrie: Der weltgrößte Stahlhersteller ArcelorMittal erwartet für die zweite Jahreshälfte in Europa einen Rückgang der Stahlnachfrage von drei bis fünf Prozent. Der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp schickt seit Anfang August Beschäftigte in Kurzarbeit - voraussichtlich bis zum Ende des Jahres.

Bei Voestalpine sind derartige Schritte zunächst nicht geplant. "Aus heutiger Sicht ist eine Vollauslastung aller wesentlichen Produktionskapazitäten für die nächsten Monate gesichert. Die Frage einer Einführung von Kurzarbeit an wesentlichen Konzernstandorten stellt sich daher nicht", sagte Firmenchef Wolfgang Eder.

DZ-Bank-Analyst Hermann Reith zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden. Mit der Prognose unterscheide sich der österreichische Konzern von seinen Mitbewerbern, die zumeist Gewinnrückgänge oder Verluste erwarten.

Grund für den Optimismus des Konzerns ist auch die vergleichsweise gute Entwicklung in jene Branchen, die Stahl zu Spezialprodukten weiterverarbeiten - etwa zu Schienen für Hochgeschwindigkeitszüge, zu Karosserieteilen für Autos oder Röhren für Pipelines.

Voestalpine habe zuletzt einige Aufträge aus den schnell wachsenden Schwellenländern für Spezialschienen zu guten Preisen abgearbeitet. Zudem sei die Nachfrage nach deutschen Luxusautos in den Schwellenländern weiterhin hoch, hieß es. Der Spezialstahl von Voestalpine kommt hauptsächlich in den Karosserien von Nobelautos zum Einsatz - etwa von BMW, Audi oder Daimler. Für Massenhersteller sind die hochwertigen Produkte meist zu teuer.

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rtr

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