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23.05.2013

15:20 Uhr

Stahlkonzern

Salzgitter will Sanierung ohne Verkauf

Ohne Unternehmensteile zu verkaufen, will der Stahlkonzern Salzgitter die Sanierung unter aktuellen Rahmenbedingungen schaffen. Die Trennung von schwachen Unternehmensteilen erachtet Vorstand Fuhrmann als nicht sinnvoll.

Ein Mitarbeiter in Schutzkleidung der Salzgitter AG: Die Trennung von schwachen Unternehmensteilen sieht Vorstandchef nicht als Verkaufen, sondern eher als Verschenken von Aktionärsvermögen. dpa

Ein Mitarbeiter in Schutzkleidung der Salzgitter AG: Die Trennung von schwachen Unternehmensteilen sieht Vorstandchef nicht als Verkaufen, sondern eher als Verschenken von Aktionärsvermögen.

BraunschweigSalzgitter lässt Mitarbeiter und Investoren weiter über die Sanierung rätseln. Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann betonte am Donnerstag auf der Hauptversammlung zwar, angesichts der Krise in Europa und der Verluste sei eine tiefgreifende Restrukturierung von Deutschlands zweitgrößtem Stahlkonzern dringend erforderlich. Die wirtschaftliche Lage zwinge zu konsequentem Handeln, umfassende Maßnahmen seien nötig. „Wir müssen also selber etwas tun, daran besteht kein Zweifel.“ Zum geplanten Personalabbau äußerte er sich vor den rund 600 Aktionären in Braunschweig jedoch nicht. Den will der Vorstand erst nach einer im Sommer angesetzten Aufsichtsratssitzung beziffern.

Zunächst will das Management die Pläne mit dem Betriebsrat erörtern. „Es entspricht guter Sitte, vor Beendigung dieser internen Gespräche keine Details zu veröffentlichen“, sagte Fuhrmann. Auch tiefe Einschnitte dürften dabei zur Sprache kommen, denn Fuhrmann machte deutlich, dass er in dem Konzern keinen Stein auf dem anderen lassen will. Nach fast 15 Jahren habe sich die kleinteilige Organisation überlebt.

Dabei plant Salzgitter keinen Verkauf von Sparten. Selbst kritischste Fälle sollten - wenn irgend möglich - selbst saniert werden. Viele Finanzanalysten und Investoren hätten zwar wenig Vertrauen in Restrukturierungsprogramme von Unternehmen, so dass sie es am liebsten sähen, wenn problematische Bereiche sofort verkauft würden, sagte Fuhrmann. Die Trennung von schwachen Unternehmensteilen sei oft aber kein wirkliches Verkaufen, sondern damit werde Aktionärsvermögen verschenkt. „Das wollen wir gerade nicht!“

Der Salzgitter-Chef betonte, die neue Organisation müsse "eindeutig und schlank" werden, was oft eine Umschreibung für Personalabbau ist. „Wir wollen auf diese Weise erreichen, dass der Salzgitter-Konzern auch unter den aktuellen Rahmenbedingungen wieder profitabel wird und eigenständig bleiben kann.“

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