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07.02.2012

14:40 Uhr

Standort Malaysia

Bosch verschiebt Baustart für Solarfabrik

Überkapazitäten, sinkende Modulpreise und aggressive Konkurrenz aus China - die Krise der deutschen Solarbranche trifft auch Bosch. Die Schwaben verschieben den Baubeginn für eine neue Solarfabrik.

Ein Mitarbeiter kontrolliert bei Bosch Solar Energy in Arnstadt (Thüringen) eine Solarzelle. dpa

Ein Mitarbeiter kontrolliert bei Bosch Solar Energy in Arnstadt (Thüringen) eine Solarzelle.

StuttgartDer Technologiekonzern Bosch tritt bei seinen ehrgeizigen Ausbauplänen für die Solarsparte erst einmal auf die Bremse. Der Baustart für eine Solarfabrik in Malaysia werde verschoben, sagte der stellvertretende Bosch-Chef Siegfried Dais der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ/Dienstag). Es könne erst gebaut werden, wenn das Unternehmen sicher sei, die gesetzten Kostenziele zu erreichen.

„Es wird wohl bis Ende des Jahres dauern, bis wir entschieden haben, welche Technologie zum Einsatz kommt“, so Dais. Der extreme Kostendruck zwinge Bosch, größere Technologieschritte zu erreichen und deren Serienreife abzusichern, ehe die Investitionsfreigabe erfolge könne, sagte der Manager der Zeitung. „Wenn man zu früh investiert, läuft man Gefahr, sich womöglich auf einen weniger vorteilhaften Technologiepfad festzulegen.“ An Malaysia als Standort halte Bosch aber fest.

Im Juni 2011 hatte das Unternehmen verkündet, für mehr als 520 Millionen Euro dort einen Standort aufzubauen. Die Produktion sollte eigentlich Ende 2013 starten. Grundsätzlich halte das Unternehmen am Engagement in der Solarbranche fest, betonte Dais.

Der weltgrößte Autozulieferer war 2008 ins Photovoltaik-Geschäft eingestiegen. In den vergangenen drei Jahren hat das Unternehmen den Ausbau der Sparte massiv vorangetrieben und rund zwei Milliarden Euro investiert. Bosch bietet die gesamte Palette von Modulen für den privaten „Häuslebauer“ bis hin zu ganzen Solar-Kraftwerken an. Zuletzt arbeiteten in der Sparte rund 3500 Menschen.

Allein im vergangenen Jahr gab es wegen der Preiseinbrüche Abschreibungen von rund 500 Millionen Euro. Zwar ist Boschs Absatz von Zellen und Modulen gestiegen. „Aber auch wir konnten den schnellen und drastischen Preisverfall mit Kostensenkungen nicht kompensieren“, erläuterte Bosch-Chef Franz Fehrenbach Ende Januar.

Dais sagte der FAZ, im vergangenen Jahr sei das ursprüngliche Ziel, in der Solarsparte eine Milliarde Euro Umsatz zu erzielen, nicht erreicht worden. Die Erlöse von Bosch Solar seien von 880 auf 800 Millionen Euro gesunken. Insgesamt hat der Konzern 2011 einen Rekordumsatz von 51,4 Milliarden Euro eingefahren.

Bosch kämpft - wie andere Unternehmen auch - mit Überkapazitäten, fallenden Preisen für Module und Billiganbietern aus China. Die deutschen Hersteller Solar Millennium und Solon haben zuletzt Insolvenz angemeldet. Dais sagte der FAZ, nach einer Konsolidierungsphase werde es in fünf Jahren noch 20 große Anbieter geben. „Wo wir in der Rangliste stehen werden, kann ich nicht voraussagen, aber auf alle Fälle wollen wir zu denen gehören, die Gewinne erzielen.“

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dpa

Kommentare (4)

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Smokie2011

07.02.2012, 20:51 Uhr

Tja, selbst die bei Bosch haben sich verhoben. Mit Solar wird niemand Geld verdienen, außer die Chinesen. In 10 Jahren gibt es keine Bosch Solarsparte mehr. 500 Mio. Euro im Klo versenkt sind erst der Anfang.

erik

11.02.2012, 13:14 Uhr

wenn die Chinesen mit Ihren Billigprodukten nicht unseren Markt stürmen würden und unsere Politik nicht immer mehr die Solarförderung kürzen würden, dann hätte diese Sparte gute Zukunftschancen! Aber dann würde unser Staat ja nichts mehr mitverdienen und deshalb ist es auch gar nicht gewollt! Schade eigentlich aber hier ist sich jeder selbst der Nächste und schaut nicht nach der Umwelt!

jens

08.05.2012, 07:44 Uhr

Warum sind die Chinesen denn billiger? Weil sie vielleicht Kostengünstiger produzieren! Aber nicht weil die Löhne der Mitarbeiter bei Bosch Solar Energy so hoch sind! Sind sind im Bundesvergleich ein Witz. Deshalb siedeln sich Firmen wie Bosch auch in Thüringen an.
Was im Gegenteil macht eine Weltfirma wie Bosch um die Solarkriese zu überstehen? Sie verlängert befristete Arbeitsverträge von den Produktionsmitarbeitern einfach nicht! Also man entlässt Mitarbeiter. Wer bitte soll dann die Anlagen bedienen? Da nutzt ein Kompetenzcentrum in Arnstadt leider auch nichts. Im Gegenteil so was kostet Geld was eigentlich nicht da ist und erwirtschaftet nichts!
Schade das dann wenn die Führungskräfte versagen immer die falschen dafür den Kopf hinhalten müssen. Vielleicht ist es ja auch Absicht und man plant bei den ganzen Minus vom Jahr 2011 einfach so wie andere Firmen eine Insolvenz damit man dann die ganzen Fördergelder nicht zurückzahlen muss.

Also drüber sollte man mal nachdenken und nicht warum die Chinesen billiger sind!!

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