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20.01.2009

12:00 Uhr

Standort Rüsselsheim

Opel verhandelt über Produktionsverlagerung

VonHelmut Steuer

Schlechte Nachrichten für die Autostadt Rüsselsheim - Opel und der schwedische Autohersteller Saab verhandeln offensichtlich darüber, die Produktion eines neuen Saab-Modells nach Schweden zu verlagern. Hinter den Plänen stecken nicht nur die beteiligten Unternehmen.

General Motors will seine Tochter Saab verkaufen und sich in Europa auf Opel konzentrieren. Foto: dpa.

General Motors will seine Tochter Saab verkaufen und sich in Europa auf Opel konzentrieren. Foto: dpa.

HB STOCKHOLM. Die Bemühungen, den schwer angeschlagenen schwedischen Auto-Konzern Saab zu retten, sind in eine neue Phase getreten: Nach Angaben der schwedischen Tageszeitung „Dagens Nyheter“ verhandelt die GM-Tochter Saab derzeit mit dem amerikanischen Mutterkonzern und Opel in Rüsselsheim über eine Rückverlagerung der Produktion ins schwedische Trollhättan. Die Zei-tung bezieht sich bei ihren Angaben auf nicht näher bezeichnete Quellen.

Danach soll die nächste Generation des in die Jahre gekommenen Saab 9-5, aber auch das zurzeit bei Magna Steyr in Österreich produzierte Saab 9-3 Cabriolet künftig an der schwedischen Westküste gebaut werden. Stimmen die Angaben, würde das Opel-Werk in Rüsselsheim die Produktion des neuen Saab 9-5 verlieren, bevor sie überhaupt aufgenommen wurde. Vor drei Jahren hatte sich Rüsselsheim in einem internenen Wettbewerb mehrerer GM-Produktionsstätten durchgesetzt.

Der Gesamtbetriebsratchef bei Opel, Klaus Franz, bestätigte, dass es Gespräche zwischen GM und der schwedischen Regierung über einen Rettung von Saab gäbe. „Es ist aber noch nichts entschieden“, sagte Franz. Saab wollte den Zeitungsbericht nicht kommentieren. Der Mutterkonzern in Detroit soll amerikanischen Medienberichten zufolge aber bereits vor einigen Tagen grünes Licht für eine stärkere Selbstständigkeit von Saab gegeben haben. Ziel dieser Maßnahme solle es sein, leichter einen Käufer für die schwedische Marke zu finden. Den Plänen zufolge sollten Produktentwicklung und Fertigung nicht mehr Teil von General Motors Europa (GME) sein. Kern von GME ist Opel.

GM hatte Ende vergangenen Jahres die schwedische Tochter zum Verkauf angeboten. Bislang hat sie aber keinen Käufer für das Unternehmen gefunden, das seit der Übernahme durch GM vor elf Jahren insgesamt 25 Milliarden Kronen (2,4 Milliarden Euro) an Verlusten eingefahren hat. Mit Ausnahme von zwei Quartalen musste die schwedische GM-Tochter stets rote Zahlen nach Detroit melden.

Die schwedische Regierung hatte im Dezember der gesamten Fahrzeugindustrie des Landes Kreditgarantien in Höhe von 25 Milliarden Kronen (1,9 Milliarden Euro) zugesichert. Außerdem will man weitere drei Milliarden Kronen für den Aufbau eines staatlichen Forschungsinstitutes bereitstellen, das für die Fahrzeugbranche Entwicklungsaufträge annehmen soll. Eine staatliche Beteiligung an Saab und der ebenfalls schwer angeschlagenen Ford-Tochter Volvo schloss die Regierung in Stockholm jedoch aus.

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