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12.05.2015

11:10 Uhr

Starke Bilanz

Alles wieder gut bei Thyssen-Krupp?

VonMartin Wocher

Thyssen-Krupp hat die Intensivstation verlassen. Der Konzern hat überraschend starke Zahlen präsentiert, der Gewinn liegt so hoch wie seit über drei Jahren nicht mehr. Alles gut also bei den Essenern? Nicht ganz.

Der Kurs von Heinrich Hiesinger zeigt erste Erfolge – noch ist die Wende aber nicht endgültig geschafft. dpa

Thyssen-Krupp

Der Kurs von Heinrich Hiesinger zeigt erste Erfolge – noch ist die Wende aber nicht endgültig geschafft.

EssenEs geht voran bei Thyssen-Krupp, das ist die gute Nachricht. Die größten Altlasten sind abgearbeitet, die aufgelegten Kostensenkungsprogramme greifen, die recht stabile Weltkonjunktur plus der exportfördernden Euroschwäche greifen dem Essener Traditionskonzern helfend unter die Arme.

So präsentierte Finanzvorstand Guido Kerkhoff am Dienstagmorgen überraschend gute Zahlen für das zweite Quartal. Der Umsatz legt auch währungsbedingt deutlich zu, noch besser entwickelte sich der operative Gewinn, der das höchste Niveau seit 14 Quartalen erreichte. Alles gut also beim Traditionskonzern? Nicht ganz.

Thyssen-Krupp hat zwar die Intensivstation dank harter Sanierungsschritte inzwischen verlassen. Nun kommt die mühselige Kleinarbeit, um den Konzern langfristig in eine sichere Zukunft zu führen. Zwar weisen fast alle Finanzkennziffern nach oben, auch operativ läuft es rund, wie die Auftragszahlen vor allem die Industriesparten zeigen.

Jahresprognose angehoben: Für Thyssen-Krupp geht es weiter aufwärts

Jahresprognose angehoben

Für Thyssen-Krupp geht es weiter aufwärts

Thyssen-Krupp bleibt auf Erholungskurs. Im ersten Quartal steigerte der Konzern den operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel. Daher schraubt das Unternehmen seine Erwartungen nach oben.

Aber noch hat der Konzern zu wenig Substanz, um auch eine längerfristige Konjunkturdelle zu überstehen oder sich an entscheidender Stelle zu verstärken. Der operative Free Cashflow legt zwar kräftig zu, ist aber immer noch negativ, das notorisch schwache Eigenkapital wird durch die Anpassung der Pensionslasten wegen des niedrigen Zinsniveaus belastet.

Insofern ist das laufende Geschäftsjahr eine Zeit des Übergangs: Die großen Krisen gehören der Vergangenheit an. Jetzt geht es für Vorstandschef Henirich Hiesinger und seine Mannschaft darum, weitere Einsparungen zu erzielen, die Führungsstrukturen zu straffen und operativ zu wachsen. Damit der Konzern irgendwann wieder genug Spielräume hat, sich auch mal nach größeren Zukäufen umzuschauen. Erst dann ist die Sanierung des Konzerns wirklich geglückt.

Die größten deutschen Rüstungskonzerne

Bedeutender Wirtschaftszweig

Die Rüstungsindustrie ist ein großer Wirtschaftszweig in Deutschland. Einer Erhebung des Branchenverbandes BDSV zufolge waren 2011 rund 100.000 Menschen in der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie beschäftigt. Einige große deutsche Rüstungskonzerne im Profil.

Diehl Defence

Die Rüstungssparte des Nürnberger Diehl-Konzerns, stellt unter anderem Munition, Raketen und Ketten für Panzer her.
Umsatz 2013: 533 Millionen Euro.

Heckler & Koch

Der Handwaffenspezialist aus dem badischen Oberndorf fertigt unter anderem Pistolen, Sturm- und Präzisionsgewehre.
Umsatz 2013: 200 Millionen Euro.

Kraus-Maffei Wegmann (KMW)

KMW in München baut etwa den Kampfpanzer „Leopard“, den Schützenpanzer „Puma“ oder die Panzerhaubitze „2000“.
Umsatz 2013: 900 Millionen Euro.

MTU Aero Engines

MTU Aero Engines ist ein Triebwerksbauer aus München, der auch für militärische Flugzeuge fertigt, etwa den Motor für den Eurofighter.
Umsatz 2013 (Wehrgeschäft): 501 Millionen Euro.

Rheinmetall Defence

Rheinmetall Defence ist die Wehrsparte von Rheinmetall aus Düsseldorf und fertigt Panzer, aber auch Munition oder etwa Flugabwehrsysteme.
Umsatz 2013: 2,2 Milliarden Euro.

Thyssen-Krupp Marine Systems

Thyssen-Krupp Marine Systems in Kiel baut U-Boote und Kriegsschiffe. Die Firma entstand aus Blohm+Voss und der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH.
Umsatz 2012/13: 1,2 Milliarden Euro.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

12.05.2015, 12:27 Uhr

Nichts ist gut bei Thyssen!
Es ist kein Wirtschaftwachstum, wenn ich auf Grund von Kostensenkungen ein besseres Ergebnis erziele. Das ist kein Ausdruck von Stärke, sondern von Schwäche.
Der Auftragseingang, die Marge, der Gewinn, der Cashflow....diese Werte müssen steigen. Die Kosten machen zwar die Basis dafür aus aber es geht darum neue Märkte zu erschließen und die alten auzubauen bzw. neu zu gewinnen.

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