Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.10.2015

08:36 Uhr

Starker Dollar bremst Pharmakonzern

Novartis blendet Wechselkurse lieber aus

Novartis rechnet in Dollar – und genau das wird für den Schweizer Pharmariesen derzeit zum Problem. Die US-Währung ist stark und frisst die Gewinne in anderen Währungen auf. Die Folge: Der Umsatz sinkt.

Die Erlöse des Pharmakonzerns gehen zurück. ap

Novartis

Die Erlöse des Pharmakonzerns gehen zurück.

ZürichDer starke Dollar und die schwächelnde Augenheil-Sparte haben dem Schweizer Pharmakonzern Novartis das dritte Quartal vermiest. Der Konzerntochter Alcon macht die stärkere Konkurrenz bei Kontakt- und künstlichen Linsen insbesondere in Asien zu schaffen. Der Umsatz der Division sank gegenüber dem Vorjahresquartal um zwölf Prozent auf 2,35 Milliarden Dollar.

„Alcon hatte ein schwaches Quartal“, räumte Konzernchef Joseph Jimenez am Dienstag ein. Er will gemeinsam mit der Jahresbilanz 2015 im Januar einen Plan vorlegen, wie Alcon auf den Wachstumspfad zurückgebracht werden kann. Das soll sich auch in der Prognose für das kommende Jahr widerspiegeln.

Sponsoring von Ärztekongressen: Millionen für die Herren in Weiß

Sponsoring von Ärztekongressen

Premium Millionen für die Mediziner

Wo immer sich Mediziner versammeln, ist die Pharmaindustrie nicht weit. Mit großen Summen finanzieren Unternehmen Ärztekongresse. Kontrolliert wird nur lückenhaft – und wenn, dann meist von den Medizinern selbst.

Insgesamt sanken die Verkaufserlöse des Arzneimittelherstellers von Juli bis September um sechs Prozent auf 12,27 Milliarden Dollar. Die Stärke der Konzernwährung hat die Zuwächse in Yen, Euro und anderen Währungen mehr als aufgefressen. Wechselkurseffekte herausgerechnet ergab sich ein Plus von sechs Prozent. Novartis schnitt damit schlechter ab als von Analysten erwartet. Diese hatten einen Konzernumsatz von 12,6 Milliarden Dollar prognostiziert.

Unter dem Strich brach der Gewinn um 42 Prozent auf 1,81 Milliarden Dollar ein. Negativ zu Buche schlug neben 390 Millionen Dollar für die Beilegung eines Rechtsstreits in den USA der Wegfall eines Veräußerungserlöses. Im Vorjahr hatte ein Beteiligungsverkauf Novartis 800 Millionen Dollar in die Kasse gespült.

Jimenez bekräftigte die Jahresprognose. Er peilt im ganzen Jahr, Wechselkurseffekte ausgeschlossen, ein Anstieg der Verkaufserlöse um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag an. Beim bereinigten operativen Gewinn solle der Zuwachs im hohen einstelligen Prozentbereich liegen. Im dritten Quartal betrug der bereinigte operative Gewinn 3,49 Milliarden Dollar, währungsbereinigt ein Plus von 14 Prozent.

Vorbörslich wurden die Novartis-Aktien um 1,5 Prozent tiefer indiziert.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×