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08.02.2005

08:18 Uhr

Starker Euro schmälert Absatzchancen

Deutsche Autos werden unerschwinglich

Führende deutsche Autohersteller ziehen erste Konsequenzen aus der anhaltenden Stärke des Euros und stoppen ihre Modellplanungen für die USA. „Wegen der Währungsrelationen haben wir entschieden, die Mercedes B-Klasse vorerst nicht in den USA zu verkaufen“, sagte am Montag ein Daimler-Sprecher in Stuttgart.

Foto: dpa

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hz FRANKFURT/M. In Kanada und Mexiko werde der Golf-Konkurrent hingegen auf den Markt kommen. Noch vor wenigen Wochen hatte Daimler-Chrysler eine Studie des Fahrzeugs auf der US-Autoshow in Detroit vorgestellt. Auch Erzrivale BMW will in den USA mit dem neuen 1er-Kompaktwagen zunächst nicht an den Start gehen. Ein Sprecher betonte allerdings, der Wagen sei nie für die Vermarktung in den USA vorgesehen gewesen. Erst zukünftige Varianten würden auch auf dem US-Markt verfügbar sein.

Der starke Euro verringert die Gewinnmargen der ausländischen Automobilkonzerne auf dem größten Automarkt der Welt. Die Hersteller können zwar ihre Dollar-Preise erhöhen, um die Verluste zu begrenzen. Das kostet jedoch Marktanteile. Die Experten der WestLB erwarten, dass Währungseffekte allein aus dem US-Geschäft das Ergebnis von BMW in diesem Jahr um 886 Mill. Euro schmälern. Das könnte die Ergebnis-Rekordfahrt der Bayern stoppen. Mit 933 Mill. Euro sei der negative Währungseffekt für die Marke Mercedes noch stärker. Dieser könne aber innerhalb des Konzerns durch Chrysler und die Nutzfahrzeugsparte überkompensiert werden, schätzen die Analysten Fredrik Westin und Lars Ziehn.

Der schwache Dollar könnte die erhofften Gewinnsteigerungen der deutschen Autohersteller damit wieder aufzehren. Der neue Mercedes-Chef Eckhard Cordes räumte bereits ein, dass der schwache Dollar und die Beseitigung von Qualitätsmängeln auch in diesem Jahr am Gewinn der Daimler-Topmarke nagen. Für das abgelaufene Jahr, dessen Zahlen Daimler am Donnerstag vorlegt, erwarten Experten einen operativen Gewinneinbruch von Mercedes auf 2,07 Mrd. Euro, nach 3,1 Mrd. Euro im Vorjahr.

Auf rasche Hilfe vom Devisenmarkt dürfen die Hersteller nicht bauen. Der Automobilverband VDA rechnet mit einem dauerhaft schwachen Dollar. „Es sieht so aus, als ob die USA Währungspolitik nach dem Motto machen: Unsere Währung – euer Problem“, kritisierte VDA-Präsident Bernd Gottschalk unlängst.

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