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04.03.2014

10:42 Uhr

Starker Start ins Jahr

Maschinenbau fürchtet Dämpfer durch Krim-Krise

Gutes Geschäftsklima und hohe Nachfrage – die deutschen Maschinenbauer können mit 2014 bisher zufrieden sein. Die anziehenden Geschäfte sind ein Hoffnungsschimmer, doch die Weltkonjunktur könnte bald wackeln.

Das Geschäft läuft rund: Über zu wenig Arbeit können sich die Maschinenbauer, hier die Centa Antriebe GmbH in Haan, nicht beschweren. dpa

Das Geschäft läuft rund: Über zu wenig Arbeit können sich die Maschinenbauer, hier die Centa Antriebe GmbH in Haan, nicht beschweren.

DüsseldorfDie deutschen Maschinenbauer sind mit einem Auftragsplus ins neue Jahr gestartet. Sorgen bereiten der Branche mit knapp einer Million Beschäftigten aber die Turbulenzen in den Schwellenländern und die Krise auf der Krim. „Die Maschinenbaukonjunktur 2014 ist noch ein zartes Pflänzchen“, sagte der Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA, Ralph Wiechers, am Dienstag.

Das deutlich gestiegene Geschäftsklima in der Eurozone und die gute Nachfrage aus den Nicht-Euro-Staaten stimme zwar zuversichtlich. Für Verunsicherung sorgten aber die immer wieder aufkommenden Hiobsbotschaften aus einigen Schwellenländern und ganz aktuell die Krise auf der Krim. „Eine politische Lösung des Konflikts ist nicht zuletzt mit Blick auf eine nachhaltige Erholung der Weltkonjunktur mehr als wünschenswert.“

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Im Januar stiegen die Bestellungen nach Berechnungen des VDMA um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Inlandsgeschäft legte um zwei Prozent, das Auslandsgeschäft um sieben Prozent zu. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich November bis Januar kletterten die Order um zwei Prozent. Während hier die Inlandsaufträge um drei Prozent schrumpften, kletterten die Aufträge aus dem Ausland um fünf Prozent.

Nach einem leichten Rückgang der Produktion im vergangenen Jahr hoffen die Maschinen- und Anlagenbauer 2014 auf anziehende Geschäfte. Trotz des Auf und Abs beim Auftragseingang der vergangenen Monate erwartet die Branche - zu der neben mittelständischen Unternehmen auch börsennotierte Konzerne wie ThyssenKrupp, DMG Mori Seiki (ehemals Gildemeister) oder Gea gehören - eine um drei Prozent steigende Produktion. 2013 dürfte sie um ein Prozent geschrumpft sein. Damit wäre der als Rückgrat der deutschen Industrie geltende Industriezweig auf einen Produktionswert von etwa 195 Milliarden Euro gekommen.

Von

rtr

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