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17.05.2011

10:55 Uhr

Starkes Auftaktquartal

Chemie legt Rekordquartal hin

Deutschlands viertgrößter Industriezweig fährt im ersten Quartal Rekordergebnisse ein. Nach dem unerwarteten Schub in der Chemiebranche wird die Prognose für 2011 korrigiert. Doch nicht alle Risiken sind vom Tisch.

VCI erhöht Prognose 2011 für Umsatz und Produktion Quelle: obs

VCI erhöht Prognose 2011 für Umsatz und Produktion

Frankfurt

Deutschlands viertgrößter Industriezweig, die Chemiebranche, hat im ersten Quartal 2011 so gute Ergebnisse eingefahren wie noch nie. Alle drei entscheidenden Säulen - Umsatz, Produktion und Preise - erreichten historische Bestmarken, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt mit. Dabei hatte die Branche Anfang des Jahres noch mit einem nachlassenden Wachstum gerechnet.

Nach den unerwartet guten Zahlen könne die Prognose für 2011 nun nach oben korrigiert werden. "Trotz etlicher Risiken für die Weltwirtschaft bleiben wir optimistisch und rechnen damit, dass die große Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen im In- und Ausland weiter anhält", erklärte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Klaus Engel, zur Vorlage des Lageberichts für das erste Quartal. Die Stimmung in der Branche sei gut.

Nunmehr rechnet Deutschlands viertgrößter Industriezweig für das Gesamtjahr mit einem Anstieg des Branchenumsatzes von neun Prozent. Bislang wurde ein Plus von vier Prozent erwartet. Dabei wird jetzt ein Zuwachs der Chemieproduktion von fünf Prozent angepeilt, bislang war der Verband nur von einer halb so starken Erhöhung ausgegangen. Für 2011 werden Preisanhebungen von vier statt wie zuletzt von 1,5 Prozent prognostiziert.

Die Branche stellt beispielsweise Grundstoffe für Plastik und Dünger her, ist unverzichtbar für die meisten Waschmittel und Farben oder liefert die Wirkstoffe für Medikamente. Vergangenes Jahr hatte die chemische Industrie gut 170 Milliarden Euro umgesetzt.

Im ersten Quartal des Jahres liefen bei den Chemieunternehmen die Anlagen auf Hochtouren. "Dadurch markierten die Dreimonatswerte für Produktion und Umsatz neue historische Höchstmarken", erklärte der VCI. Zudem seien nach zwei Jahrzehnten erstmals wieder in spürbarem Umfang Arbeitsplätze in der Branche geschaffen worden.

Nach den Zahlen des Brancheverbandes weiteten die Unternehmen im ersten Quartal ihre Produktion binnen Jahresfrist um acht Prozent aus. Dabei setzten die Unternehmen mit ihren chemischen Erzeugnissen 45,2 Milliarden Euro um, was 15,4 Prozent mehr ist als noch vor einem Jahr. Die Erzeugerpreise kletterten um 5,4 Prozent. Die Anlagenauslastung lag im Auftaktquartal bei 86,9 Prozent und damit laut Quartalsbericht "schon fast am Siedepunkt." Damit stoße die Branche mit ihren 421.000 Beschäftigten in Teilen des Chemiegeschäfts inzwischen an ihre Kapazitätsgrenzen, erklärte der VCI. Rund 6200 neue Arbeitsplätze wurden im ersten Quartal geschaffen. Das ist laut VCI der höchste Zuwachs seit der Wiedervereinigung.

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