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07.05.2013

09:37 Uhr

Starkes China-Geschäft

Anlagenbauer Dürr auf Rekordkurs

Die Automobilindustrie dürstet nach mehr Automatisierung und neuen Anlagen. Davon profitiert der Maschinenbauer Dürr und ist auf dem Weg zu einem weiteren Rekordjahr – trotz eines gesunkenen Umsatzes.

Werkshalle mit Dürr-Robotern. Der Anlagenbauer peilt ein weiteres Rekordjahr an. dpa

Werkshalle mit Dürr-Robotern. Der Anlagenbauer peilt ein weiteres Rekordjahr an.

StuttgartDer Maschinen- und Anlagenbauer Dürr sieht sich dank anhaltend guter Nachfrage aus der Automobilindustrie nach Lackieranlagen und Automatisierungstechnik auf gutem Weg zu einem weiteren Rekordjahr. Obwohl der Umsatz im Auftaktquartal des Geschäftsjahres 2013 deutlicher als erwartet um 3,5 Prozent auf 542,5 Millionen Euro schrumpfte, rechnet der Konzern bis Jahresende mit einem Anstieg der Erlöse zum Vorjahr auf 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro. Der leichte Umsatzrückstand in den ersten drei Monaten werde in den kommenden Quartalen aufgeholt, wie Dürr am Dienstag in Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart mitteilte.

Der Auftragsbestand sei in den Monaten Januar bis März um zehn Prozent auf den Höchststand von rund 2,48 Milliarden Euro geklettert. Mit diesem Orderbuch im Rücken ist Dürr rechnerisch ein Jahr ausgelastet. Zum Jahresende werde der Auftragsbestand voraussichtlich bei mindestens zwei Milliarden Euro liegen, stellte das Unternehmen mit knapp 7800 Mitarbeitern in Aussicht. Im ersten Quartal stockte Dürr die Belegschaft um gut 130 Stellen auf, um die Aufträge fristgerecht abarbeiten zu können.

Der Maschinen- und Anlagenbauer hat sich mit dem China-Geschäft ein starkes Standbein verschafft: Mehr als 40 Prozent der Bestellungen gingen im Auftaktquartal aus dem Reich der Mitte ein. Dort sind die Wettbewerber nicht so stark vertreten wie Dürr. Damit umschifft der Konzern derzeit die Konjunkturflaute in Europa.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Angesichts der hohen Auslastung kletterte der operative Gewinn in den ersten drei Monaten dieses Jahres um knapp 22 Prozent auf 36 Millionen Euro und damit stärker als von Analysten erwartet. Der Nachsteuergewinn legte um knapp ein Drittel auf 22,7 Millionen Euro ebenfalls stärker als von den Börsenexperten kalkuliert zu. Die operative Marge stieg binnen Jahresfrist auf 6,6 von 5,3 Prozent. Am Jahresende werde das operative Ergebnis sieben bis 7,5 Prozent vom Umsatz betragen, bekräftigte Dürr die bisherige Gewinnprognose. Auch beim Gewinn nach Steuern seien dank eines verbesserten Finanzergebnisses Zuwächse zu erwarten. Die Belegschaft soll bis Ende 2013 auf voraussichtlich 8000 Beschäftigte wachsen.

Von

rtr

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