Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.04.2015

09:24 Uhr

Starkes Pharmageschäft

Bayer wird noch selbstbewusster

Ein starkes erstes Quartal sorgt bei Bayer für mehr Selbstbewusstsein. Für das Gesamtjahr rechnet der Pharmariese nun mit einem höheren Plus – vor Steuern. Doch unter dem Strich schaut es zunächst anders aus.

Bei Bayer wird rund um die Uhr Geld verdient. Für das Gesamtjahr rechnet der Chemiekonzern mit einem Umsatzanstieg von 49 Milliarden Euro. dpa

Bayer

Bei Bayer wird rund um die Uhr Geld verdient. Für das Gesamtjahr rechnet der Chemiekonzern mit einem Umsatzanstieg von 49 Milliarden Euro.

BerlinDer Chemie- und Pharmariese Bayer setzt sich dank starker Geschäfte mit neueren Medikamenten und positiver Währungseffekte höhere Ziele. „Unsere Prognose für das Gesamtjahr 2015 heben wir an“, kündigte Konzernchef Marijn Dekkers am Donnerstag an. So solle der Umsatz 2015 auf 48 bis 49 Milliarden Euro zulegen. Zuletzt hatte Dekkers 46 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Die Dynamik kommt vor allem aus dem Pharmageschäft. Im ersten Quartal stachen Arzneien wie das Anti-Thrombosemittel Xarelto und das Augenmedikament Eylea hervor, dessen Erlöse um 55 Prozent in die Höhe schossen. Zugleich zahlt sich laut Dekkers der 14 Milliarden Dollar teure Zukauf der Gesundheitsprodukte-Sparte des US-Konzerns Merck & Co aus, die einen soliden Beitrag zum deutlichen Umsatzplus zu Jahresbeginn leistete. Die Erlöse kletterten im ersten Quartal um knapp 15 Prozent auf fast 12,12 Milliarden Euro und übertrafen die Erwartungen der Analysten.

In den Handel startete die Bayer-Aktie am Donnerstag mit einem Plus von einem Prozent.

Der Leverkusener Dax-Konzern mit seinen mehr als 118.000 Mitarbeitern befindet sich mitten im Umbau. Nach der Abspaltung der Kunststoff-Tochter MaterialScience wird sich Bayer aufs Pharmageschäft und die Agrarchemie konzentrieren. „Wir gehen unverändert davon aus, Material Science spätestens bis Mitte 2016 an die Börse zu bringen“, sagte Dekkers. Dafür muss Bayer Geld in Hand nehmen: Für die weitere Integration der Merck-Sparte und das Börsendebüt des Kunststoffgeschäfts fallen 2015 Sonderaufwendungen von 700 Millionen Euro an.

Unter dem Strich zeigte sich ein etwas anderes Bild. Vor allem Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Konzernumbau ließen den Gewinn im ersten Quartal um rund acht Prozent auf 1,3 Milliarden Euro schrumpfen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) und Sondereinflüssen legte allerdings um fast zehn Prozent auf drei Milliarden Euro zu.

Fürs Gesamtjahr zeigte sich Dekkers aber optimistisch. Er geht davon aus, das Ebitda vor Sondereinflüssen im oberen Zehner-Prozentbereich steigern zu können. Dies könnte ein Plus zwischen 16 bis 19 Prozent bedeuten. Bisher war ein Zuwachs im unteren Zehner-Prozentbereich anvisiert worden.

Einen großen Beitrag zum Anstieg sollen fünf neuere Produkte leisten, neben Eylea und Xarelto sind dies die Krebsmedikamente Stivarga und Xofigo sowie das Lungenhochdruckmittel Adempas. Ihr Umsatz soll auf über vier Milliarden Euro gesteigert werden. Bisher waren Umsätze in Richtung vier Milliarden erwartet worden.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×