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21.04.2015

12:24 Uhr

Starkes Wachstum

3D-Drucker-Hersteller boomt

Das Unternehmen SLM Solutions, Hersteller von 3D-Druckern, wächst. Ihre Drucker würden in immer mehr Bereichen eingesetzt, heißt es. Mit einer raschen Gewinnausschüttung dürfen Anteilseigner trotzdem nicht rechnen.

Die Firma SLM Solutions stellt 3D-Drucker her. Der Auftragseingang soll im laufenden Jahr um etwa zwei Drittel auf mehr als 100 Maschinen steigen. dpa

SLM Solutions

Die Firma SLM Solutions stellt 3D-Drucker her. Der Auftragseingang soll im laufenden Jahr um etwa zwei Drittel auf mehr als 100 Maschinen steigen.

HamburgDer Einfallsreichtum seiner Kunden lässt den 3D-Drucker-Hersteller SLM Solutions kräftig wachsen. „Wir sind positiv überrascht von der Fantasie unserer Kunden, wofür sie unsere Maschinen einsetzen und was für Teile sie damit bauen“, sagte Finanzvorstand Uwe Bögershausen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Der Auftragseingang soll im laufenden Jahr um etwa zwei Drittel auf mehr als 100 Maschinen steigen.

3D-Drucker würden inzwischen auch für die Produktion von Bauteilen und Maschinen in der Automobilindustrie eingesetzt. „Im Automobilsektor sind wir weiter als wir ursprünglich gedacht haben“, sagte Bögershausen. Die größten Abnehmer kämen weiter aus der Luftfahrtindustrie und der Medizintechnik.

Die Werkzeuge der 3D-Drucker

3D-Drucker

Ein 3D-Drucker wandelt am Computer entworfene Konstruktionen in reale Objekte um. Dabei trägt er Schicht für Schicht ein Material auf – entweder indem er heißen Kunststoff durch eine Düse presst, mit einem Laser ein Metallpulver an den entsprechenden Stellen schmelzen lässt oder Kunstharz mit UV-Licht aushärtet. Weil das Material Schritt für Schritt hinzugefügt wird, ist von einem additiven Verfahren die Rede.

CNC-Fräse

Auch eine CNC-Fräse erstellt aus einer digitalen Konstruktionszeichnung ein Objekt. Mit einem Bohrkopf bearbeitet sie einen Block aus Holz, Kunststoff oder Metall, bis die gewünschte Form übrig bleibt. Experten bezeichnen das auch als subtraktives Verfahren.

3D-Scanner

Wer ein Objekt nicht selbst konstruieren will, kann sich mit einem 3D-Scanner behelfen. Dieser tastet mit einem Laser oder einer Kamera Gegenstände ab und wandelt sie in ein 3D-Bild um.

Lasercutter

Ein Lasercutter schneidet Muster in verschiedene Materialien – von Holz bis Metall. Um daraus dreidimensionale Objekte zu erstellen, müssen Bastler mehrere dieser Platten übereinander kleben.

Computer

Wie beim 2D-Druck ist der Computer die Steuerungszentrale: Nutzer können am Bildschirm mit CAD-Software Konstruktionen entwerfen. Auch wenn sie Objekte mit einem 3D-Scanner erfassen, geht es nicht ohne die maschinellen Berechnungen.

Mit 3D-Druckern können unter anderem Triebwerksschaufeln für Flugzeuge, Zahnprothesen oder Schmuckstücke hergestellt werden.

Für 2015 nimmt sich die seit knapp einem Jahr an der Börse notierte Firma einen Umsatz von 55 bis 60 Millionen Euro vor. Im vergangenen Jahr standen 33,6 Millionen zu Buche. Die Ebitda-Marge soll zwischen zwölf und 13 (Vorjahr 13,4) Prozent liegen.

Mit der Ausschüttung von Gewinnen können die Anteilseigner erst in einigen Jahren rechnen. „Wir sind ein Wachstumswert“, sagte Bögershausen. Die Mittel sollten auf absehbare Zeit in neue Produkte und die weltweite Expansion gesteckt werden.

Im vergangenen Jahr verbuchte SLM Solutions wegen Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang und eines höheren Personalaufwands einen Verlust von 5,1 (0,4) Millionen Euro.

Von

rtr

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