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11.01.2007

14:41 Uhr

Start des Joint-Venture verschoben

Nokia steht zum Partner Siemens

VonChristoph Hardt

Der finnische Handy-Produzent Nokia steht zum geplanten Gemeinschaftsunternehmen mit Siemens im Geschäft mit Telekom-Infrastruktur. Dies bekräftigte Siemens-Zentralvorstand Eduardo Montes in einem Brief an die Mitarbeiter des Siemens-Kommunikationsbereichs Com.

MÜNCHEN. Das Joint-Venture Nokia Siemens Networks (NSN) sollte ursprünglich bereits zu Jahresanfang an den Start gehen, die Affäre um schwarze Kassen im Siemens-Bereich Com hatte den Abschluss des Geschäfts jedoch verzögert. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen führende ehemalige Manager des Siemens-Bereichs Com und wirft ihnen vor, über Jahre ein System schwarzer Kassen geführt zu haben.

Wir sehen die Entwicklung gelassen. NSN wird am 1. April an den Start gehen“, sagte ein Siemens-Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Ein Siemens-Sprecher nannte hingegen das zweite Quartal 2007 als Zeitpunkt. Vor wenigen Tagen hatte der designierte NSN-Chef und Nokia-Manager Simon Beresford-Wylie vor Siemens-Mitarbeitern in München bekräftigt, dass Nokia fest zum Gemeinschaftsunternehmen stehe. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, Nokia könnte das Joint-Venture wegen des Korruptionsskandal kündigen.

In Siemens-Kreisen heißt es hingegen, die Finnen nutzten die Verzögerung, um mögliche Schadenersatzansprüche zu klären und mögliche personelle Konsequenzen vorzubereiten. Die Nachwirkungen des Skandals würden die ohnehin dominante Stellung der Finnen im Gemeinschaftsunternehmen überdies weiter stärken, hieß es.

In seinem Brief an die Siemens-Kollegen unterstrich Zentralvorstand Montes, dass die Zusammenführung der beiden Unternehmensteile große Fortschritte mache. NSN werde dank der Vorarbeiten der Integrationsteams aus einer „soliden Position“ heraus an den Start gehen.

Die Analysten der Deutschen Bank teilen diese Zuversicht. In ihrer aktuellen Studie zu Nokia heißt es, langfristig sei das Joint Venture strategisch sinnvoll, mit NSN erwachse Marktführer Ericsson im Mobilfunkgeschäft erstmals ein Ernst zu nehmender Konkurrent.

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