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03.04.2011

10:27 Uhr

Start Hannover-Messe

Trotz Japan-Beben erwartet deutsche Industrie Rekordwerte

Auch wenn die Japan-Katastrophe manche Lieferbeziehungen durcheinandergewirbelt hat - Deutschlands Industrie befindet sich kräftig im Aufschwung. Entsprechend zuversichtlich ist die Botschaft zur Hannover Messe.

Vom 4. bis 8. April findet die Hannover Messe statt. Partnerland ist Frankreich. Quelle: dpa

Vom 4. bis 8. April findet die Hannover Messe statt. Partnerland ist Frankreich.

HannoverNach einem grandiosen Start ins Jahr setzt die Industrie zum Spurt an - auf neue Rekordwerte. Vor allem die Schlüsselbranche Maschinenbau kann sich vor Aufträgen kaum retten. Das Geschäft boomt, zuletzt hat neben dem Export auch die inländische Nachfrage stark angezogen. Getrübt wird die Euphorie zur Hannover Messe einzig durch die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in Japan sowie die Kämpfe in Libyen und die Unruhen in arabischen Ländern.

Mehr als 6500 Hightech-Anbieter aus 65 Ländern haben sich zur weltgrößten Technologieschau vom 4. bis zum 8. April in Hannover angemeldet. Schwerpunkte sind Maschinenbau, Robotik und Automation, "grüne" Energietechnik sowie Antriebe für Elektroautos. Die Debatte um einen Atomausstieg dürfte auch auf der Industriemesse ein großes Thema sein. Energieintensive Unternehmen wie die Aluminium-, Kupfer- oder Stahlindustrie sind auf verlässliche und kostengünstige Stromlieferungen angewiesen.

Themenschwerpunkte der Hannover Messe

Energietechnik und Energieeffizienz

Kernthema quer durch alle Messebereiche ist der sparsamere Einsatz von Energie, um den Beitrag der Industrie zum weltweiten Klimaschutz zu stärken. Präsentiert werden Techniken konventioneller Energieerzeugung, vor allem geht es aber um die Produktion und Verteilung von Energie aus erneuerbaren Quellen. Neben Stromriesen wie EnBW und Vattenfall kommen führende Anbieter aus der Wind-, Solar-, Bioenergie- und Geothermie-Branche nach Hannover, auch eine „Leitmesse Wind“ ist im Programm. Viele Veranstaltungen befassen sich angesichts der Reaktorkatastrophe in Japan außerdem mit der Zukunft der Kernkraft im globalen Energiemix.

Elektromobilität

Leistungsstarke Batterien, neue Brennstoffzellen und Leichtbau-Verfahren sollen den Elektroantrieben mittelfristig zum Durchbruch verhelfen. Obwohl die Hannover Messe sich nicht als Auto-Ausstellung versteht, zeigen allein 300 Unternehmen Trends für E-Mobile jeder Art. Zulieferer stellen bei der Leitmesse „MobiliTec“ unter anderem Speichertechnologien vor. Die Systeme können in Elektroautos, aber auch bei Transportmaschinen zum Einsatz kommen.

Produktionstechnik, Automatisierung und Robotik

Der traditionelle Sektor der industriellen Fertigungstechnik gehört auch 2011 zu den wichtigsten Programmpunkten. Im Zentrum steht die Anwendung intelligenter Robotertechnik und vernetzter Systeme in mittlerweile so gut wie allen Industriezweigen. Mit einem „Robotics Award“ werden besonders gelungene Innovationen prämiert, die Fläche der Leitmesse „Industrial Automation“ legte deutlich zu. Der klassische Maschinen- und Anlagenbau ist ebenfalls mit Hunderten Ausstellern vertreten.

Infrastruktur

Neu im Programm ist das Thema „Metropolitan Solutions“, das sich mit Versorgung, Verkehr und Gebäudetechnik in riesigen Ballungszentren beschäftigt. Diskutiert werden Beispiele aus Singapur, London, Moskau, Dallas und Kuala Lumpur. Die Weltbank, die Europäische Investitionsbank und die Kreditanstalt für Wiederaufbau beteiligen sich als Finanziers großer Entwicklungsprojekte.

Absagen aus Japan gibt es nach Angaben der Messeleitung nicht. Auch wenn viele Unternehmen bisher noch keine Auswirkungen der Katastrophe in Japan sehen: Es gibt dennoch Sorgen über demnächst eventuell ausbleibende Zulieferteile aus Fernost. Meist gebe es nicht nur einen, sondern mehrere Lieferanten und damit Möglichkeiten zum Ausweichen, erläutern Experten. Das Problem aber sei, dass in Zeiten voller Auftragsbücher alle schon am Anschlag produzierten. Einige Firmen prüfen wegen der Japan-Krise bereits Kurzarbeit.

Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt mit einer starken Position in Branchen wie Auto, Maschinenbau und Elektronik. Der Anteil des Landes am Welthandel beträgt nach einer Analyse der Commerzbank allerdings nur rund fünf Prozent. Ernst würde es vor allem, wenn der Super-GAU in Japan nicht zu verhindern wäre - und die japanische Wirtschaftsleistung dramatisch einbrechen würde.

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