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10.04.2012

19:23 Uhr

Start US-Berichtssaison

Amerikas Konzerne verdienen wie noch nie

VonUlf Sommer

Der Boom nach der großen Wirtschaftskrise macht Amerikas Konzerne so stark wie nie. Die sechs größten Unternehmen machten 2011 einen Nettogewinn von 130 Milliarden - so viel wie in Deutschland die 100 größten zusammen.

Microsoft-Chef Steve Ballmer: Sein Unternehmen verzeichnete einen Reingewinn von 33 Cent für jeden umgesetzten Dollar. So viel schaffte kein anderer Konzern. Bloomberg

Microsoft-Chef Steve Ballmer: Sein Unternehmen verzeichnete einen Reingewinn von 33 Cent für jeden umgesetzten Dollar. So viel schaffte kein anderer Konzern.

DüsseldorfGerade einmal zwei Jahre ist es her, da galt die Supermacht USA als Star von gestern. Die Finanzkrise lähmte das Land der Innovatoren, die Immobilienblase platzte, und die Welt wandte sich auf der Suche nach dem Star von morgen nach Asien.

Doch die USA sind zurück. Die Konzerne des riesigen Landes erzielten im vergangenen Jahr so hohe Gewinne wie nie zuvor. Der Erfolg geht quer durch alle Branchen. Lange waren es Technologiekonzerne wie Apple, IBM und Intel, die mit ihren Milliardengewinnen die Erholung anführten und die „Old Economy“ um Ford und General Motors abhängten.

Doch dieser einseitige Fokus ist in den USA Vergangenheit. Nachdem die letzten großen Unternehmen in der vergangenen Woche ihre Geschäftsberichte für 2011 vorgelegt haben, wird deutlich: Amerika ist fast überall stark. Nach Berechnungen des Handelsblatts verdienten die 100 größten Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen dort im vergangenen Jahr unter dem Strich 488 Milliarden Dollar. Das sind 13,4 Prozent mehr als 2010 – so viel wie noch nie.

Die nach Umsatz sechs größten US-Konzerne strichen 2011 einen Nettogewinn von 130 Milliarden Dollar ein. Das ist so viel, wie in Deutschland die 100 größten Konzerne zusammen geschafft haben. Gleich zwölf US-Konzerne durchbrachen beim Nettogewinn die Schallmauer von zehn Milliarden Dollar. Das gelang in Deutschland nur VW.

Ein Absturz nach dem Gewinnboom ist nicht in Sicht. „Es war bemerkenswert im ersten Quartal, dass keine der US-Konjunkturzahlen den Markt wirklich enttäuscht hat“, sagte Dean Junkans, Chef-Investmentstratege beim US-Brokerhaus Wells Fargo Advisors. Ob Bruttoinlandsprodukt, Auftragseingänge und Wachstumsprognosen – alles deutet zumindest auf eine Fortsetzung der guten Konjunktur hin. Die sinkende Arbeitslosigkeit und der anziehende Stellenaufbau in der Privatwirtschaft gelten als Schlüssel für eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft, auch wenn dadurch die Profitabilität unter Druck gerät.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

10.04.2012, 21:00 Uhr

Vielen Dank für diesen Artikel. Jetzt muß auch der Dümmste einsehen, dass alle derzeit aktuellen Krisen beigelegt sind und wir frisch und fröhlich mit dem Aufbau der Neuen Welt beginnen können. Freibier für alle !!! Ääääähhhhhh .....
Was ist eigentlich aus den amerikanischen, japanischen und europäischen Staatsschulden geworden ?
Und wieso lebt fast jeder 4. Amerikaner von Food Stamps ?
Wieso fliegen Amerikaner reihenweise aus ihren Häusern ?
Warum muß Deutschland ganz Europa finanzieren ..... ?
Na ja und noch ein paar andere Kleinigkeiten ......
Gott was bin ich heute wieder biestig ........:-)

Maxldahoam

10.04.2012, 21:14 Uhr

Die Rekordgewinne sind die Folge des ungehemmten Gelddrucken. Hohe Inflationsraten -> steigende Gewinne bei den Firmen die Preissetzungsmacht haben. Kein "Profitabilitätswunder" einfach stark steigende Geldmenge bei mäßig steigendem Güterbestand

Account gelöscht!

10.04.2012, 21:17 Uhr

@DonSarkasmo

Sie denken nicht logisch. Die Milliardengewinne sagt doch aus, dass die Firmen ihre Produkte zu teuer verkaufen und ihren Mitarbeitern zu wenig bezahlen. Ergo verdienen nur die Kapitalgeber, di die Gewinne wohl wieder gewinnbrindend anlegen, aber nicht konsumieren. Da nur Investition in Investitionsgüter oder Konsum der Volkswirtschaft dienlich wäre, wird die Krise dadurch nur angeheizt.

Gewinne werden immer auf Kosten der Kunden oder Mitarbeiter gemacht.

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