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19.10.2012

13:01 Uhr

Stefan Jacoby

Abgang von Volvo-Chef hat nichts mit Krankheit zu tun

Der Ex-MAN-Chef Håkan Samuelsson löst den erkrankten Deutschen Stefan Jacoby an der Spitze der Autoherstellers Volvo Cars ab. Jacobys Erfolglosigkeit und nicht seine Krankheit sei der Grund, teilte Volvo nun mit.

Ex-MAN-Chef Hakan Samuelsson rückt an die Spitze des Autoherstellers Volvo. ap

Ex-MAN-Chef Hakan Samuelsson rückt an die Spitze des Autoherstellers Volvo.

StockholmDer frühere MAN -Chef Hakan Samuelsson soll den zum chinesischen Geely-Konzern gehörenden Pkw-Hersteller Volvo Cars leiten. Samuelsson werde den erkrankten Vorstandschef Stefan Jacoby mit sofortiger Wirkung ersetzten, teilte Volvo am Freitag in Stockholm mit. Jacoby hatte Ende September einen leichten Gehirnschlag erlitten. Vize-Aufsichtsratschef Hans-Olov Olsson sagte am Freitag in Stockholm, die Entscheidung habe nichts mit der angeschlagenen Gesundheit Jacobys zu tun. Sie sei allein der „geschäftlichen Situation“ wegen fehlender Erfolge in China geschuldet.

Volvo Cars gehört seit zwei Jahren zum chinesischen Geely-Konzern. Der 54-jährige Jacoby war von Volkswagen zu dem schwedischen Unternehmen gekommen. In diesem Jahr hat Volvo mit einem kräftigen Nachfrageschwund zu kämpfen und steht vor Kurzarbeit. Samuelsson sagte bei seiner Vorstellung in Stockholm: „Wir müssen die Ertrags- und Kostenlage verbessern.“

Nach Hirnschlag: Volvo-Chef Stefan Jacoby geht es besser

Nach Hirnschlag

Volvo-Chef Stefan Jacoby geht es besser

Nach einem Hirnschlag geht es Volvo-Konzernchef Stefan Jacoby langsam besser.

Der schwedische Autobauer war 2010 von Ford an die chinesische Zhejiang Geely Holding Group verkauft worden. Geelys Mehrheitseigner Li Shufu erklärte am Freitag zum Wechsel an der Spitze: „Ich bin überzeugt davon, dass Håkan Samuelssons profunde Erfahrung und Führungskraft uns zur Verbesserung der Unternehmensleistung bringen wird.“ Volvo habe gute Möglichkeiten, die Ertragslage zu verbessern und vor allem in China das Wachstum zu beschleunigen.

Samuelsson ist seit 2010 Mitglied im Aufsichtsrat. Er hatte nach mehr als vier Jahren an der Spitze von MAN den Konzern wegen einer Schmiergeldaffäre verlassen. Gegen Samuelsson und den damaligen Finanzchef ermittelt die Staatsanwaltschaft München.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Samuelsson sagte, er sei „bis vor kurzem“ überhaupt nicht in Ermittlungen einbezogen gewesen. Jüngst erhobene Vorwürfe über Mitwisserschaft weise er zurück. „Ich bin mir sicher, dass ich mich richtig verhalten habe.“ MAN fordert von Samuelsson 237 Millionen Euro Schadenersatz wegen des Korruptionsskandals. In seiner Zeit als MAN-Chef hatte der Schwede in einer spektakulären Aktion versucht, den Konkurrenten Scania zu übernehmen. Letztlich ging das Unternehmen aber an Volkswagen.

Jacoby hatte Ende September in seiner Freizeit einen Hirnschlag erlitten. Damals sagte ein Pressesprecher: „Außer Bewegungsproblemen am rechten Arm und Bein gibt es keine Folgen“. Der Konzernchef wolle in wenigen Wochen wieder zurück an den Schreibtisch. Jacoby erklärte damals in einer Pressemitteilung seines Unternehmens: „Ich habe Glück gehabt, dass es ein leichter Gehirnschlag war.“

Jacoby lebt im Göteborger Insel-Stadtteil Hisingen nahe der Volvo-Zentrale mit seiner Frau und einem Sohn. Nach seinem Antritt hat der Deutsche bis auf den Personalchef die 13-köpfige Führungsriege des Unternehmens komplett ausgewechselt. Volvo Cars wird unabhängig vom Nutzfahrzeughersteller Volvo AB betrieben und beschäftigt 19.500 Mitarbeiter.

Kommentare (1)

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Krille

27.11.2012, 18:14 Uhr

Ja Jacoby haben sehr schlechte arbeit geleistet bei Volvo. Verkaufzahlen geht bergab, so ein Chef würde ich auch nicht haben.

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