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13.06.2011

10:49 Uhr

Steigender Strompreis

Aurubis droht mit Abzug von Investitionen

Der Atomausstieg dürfte Unternehmen wie Aurubis besonders hart treffen, schließlich braucht der größte europäische Kupferkonzern sehr viel Strom für seine Produktion. Nun richtet Aurubis konkrete Drohungen an die Regierung.

Flüssiges Kupfer: damit es nicht so teuer wird wie flüssiges Gold, darf der Strompreis nicht zu hoch sein. Quelle: dpa

Flüssiges Kupfer: damit es nicht so teuer wird wie flüssiges Gold, darf der Strompreis nicht zu hoch sein.

HamburgAurubis droht wegen des Atomausstiegs mit der Verlagerung von Investitionen ins Ausland. Das Gesetzespaket der Regierung stelle nicht sicher, dass Strom für Aurubis sicher und bezahlbar bleibe, sagte Vorstandschef Bernd Drouven der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“. Aurubis befürchte bei steigenden Strompreisen als Folge der Energiewende Einbußen in seiner Wettbewerbsfähigkeit. „Aurubis würde dann stärker als geplant außerhalb Europas investieren.“

Gleichzeitig könnten Marktanteile verloren gehen, die von Unternehmen außerhalb der EU, etwa aus China, Südamerika oder Indien übernommen würden. „Letztendlich käme es zu einer Verlagerung der Produktion, verbunden mit erheblicher Kapitalvernichtung in Deutschland.“

Auch der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie, Utz Tillmann, warnte vor höheren Stromkosten und Verlagerungen ins Ausland. Ein Strompreisanstieg von einem Cent pro Kilowattstunde bedeute für die energieintensiven Industrien 1,2 Milliarden Euro Mehrkosten, sagte Tillmann dem Blatt. Deutschland habe wegen der hohen Stromkosten bei Investitionsentscheidungen schon heute keine guten Karten. „Diese Situation kann sich verschlimmern, wenn die Strompreise durch die Energiewende weiter steigen.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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Sylvia

13.06.2011, 12:04 Uhr

Aurubis, wie Andere, weiss sehr genau, dass es ein Energie-intensives Geschäft betreibt. Bestandteil des hauseigenen Geschäftsmodells, sorry. Die Produktionskosten haben eben in den kalkulierten und kalkulierbaren Verkaufspreis einzufliessen.

Wenn das Produkt dem Kunden zu teuer wird, wird derselbe sich andere Lieferanten, soweit möglich auch andere Materialien suchen. Marktwirtschaft, nach der man Jahrzehnte lang so laut gerufen hat. Offener Wettbewerb und damit Antrieb für Innovationen.

Soll Aurubis in's Ausland abziehen. Und sehen, wie lange dort Energie sicher, Steuern und reale Arbeit billiger zu haben sind. Plus Großkonzerne derart üppig subventioniert werden wie derzeit (noch) in der BRD Finanz GmbH.

Der andauernden Erpressungen und Forderungen dieser global agierenden Großkonzerne, - oft genug mit nicht einmal wirklich selbst tragenden "Geschäftsmodellen", - gehört endlich ein Riegel vorgeschoben!

Es gibt ein altes Sprichwort, das gebe ich diesen inzwischen heimatlosen Global Playern doch gerne mit auf den Weg: "Dreimal umgezogen ist so gut wie einmal abgebrannt". Good luck ...

rollin

13.06.2011, 16:42 Uhr

Ich kann Aurubis Japan als Investitionsland empfehlen. Da gibts günstigen Strom. Also wenn er nicht gerade Notabgeschaltet wurde....

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