Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.12.2011

16:27 Uhr

Stellenabbau

Opel legt Hand ans eigene Entwicklungszentrum

Mit einem Stellenabbau musste die Beschäftigten von Opel rechnen - nun trifft es aller Voraussicht aber genau das Entwicklungszentrum, das Herzstück des deutschen Autobauers. Es könnte um Hunderte von Jobs gehen.

Autohersteller Opel plant offenbar einen Stellenabbau. dpa

Autohersteller Opel plant offenbar einen Stellenabbau.

RüsselsheimDer Autohersteller Opel verkleinert sein europäisches Entwicklungszentrum (ITEZ) am Stammsitz Rüsselsheim. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Montag einen Bericht der „Automotive News Europe“, dass ein Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen geplant sei. Die von der Zeitschrift genannte Zahl von 1420 Vollzeitbeschäftigten sei allerdings deutlich zu hoch gegriffen, da dort auch externe Dienstleister, Zulieferer und Agenturen eingerechnet seien. Eine genaue Zahl betroffener Opel-Mitarbeiter wollte der Sprecher aber nicht nennen.

Die Produktentwicklung müsse effizienter werden, indem in einem Baukastensystem zum Beispiel Lenk- oder Sitzsysteme über mehrere Baureihen hinweg genutzt würden, erläuterte der Opel-Sprecher. Die Ingenieure müssten sich künftig wieder stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, statt auf Projektkoordination. „Es ist damit zu rechnen, dass es in dem Zusammenhang weniger Arbeitsplätze geben wird“, sagte der Sprecher.

Die Schrumpfung des Rüsselsheimer ITEZ, in dem nach Firmenangaben derzeit rund 6500 Opel-Mitarbeiter beschäftigt sind, soll der Zeitschrift zufolge über Altersteilzeit, Abfindungen und Versetzungen in die Ingenieursabteilung der Produktion erreicht werden. In Rüsselsheim wird neben dem Insignia auch der fünf-türige Astra gebaut. Bis Ende 2014 hat sich die Opel-Mutter General Motors verpflichtet, betriebsbedingte Entlassungen zu vermeiden und keine Werke in Europa zu schließen.

Falsch sei zudem die Behauptung, Opel habe bestimmte Projekte gestoppt, sagte der Opel-Sprecher. So sei das genannte Astra-Coupé nie angekündigt gewesen und die Elektro-Version des neuen Kleinwagens „Junior“ schon vor einiger Zeit zurückgenommen worden. Ein Entscheidungstermin über die Zukunft der IAA-Studie „RAKe“ stehe noch nicht und könne daher auch nicht verschoben werden.

Seit 2000 schreibt Opel kontinuierlich rote Zahlen. Als GM - und mit ihm sein Europageschäft - während der Wirtschafts- und Finanzkrise in große Schwierigkeiten geriet, hatte Opel ein umfängliches Sanierungsprogramm zu bewältigen. 8000 von 48.000 Arbeitsplätzen in Europa wurden gestrichen.

Auch die Geschäfte im laufenden Jahr sagen keine Trendwende voraus. In den ersten neuen Monaten machten Opel und seine Schwestermarke Vauxhall einen Verlust von 580 Millionen US-Dollar (445 Millionen Euro). GM-Finanzvorstand Daniel Ammann verlangte deshalb im November, der Konzern müsse in Europa Kosten senken und Umsätze steigern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×