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13.03.2006

07:36 Uhr

Stellenabbau

Opelaner verlangen Sicherheit

VonCarsten Herz

Die Opel-Mitarbeiter bangen erneut um ihre Arbeitsplätze. Nachdem das Unternehmen bereits tausende Stellen abgebaut hat, könnte nun ein ganzes Werk geschlossen werden. Der Betriebsrat stemmt sich mit aller Macht dagegen. Ohne erhebliche Zugeständnisse wird eine Lösung aber kaum zu finden sein.

Die Opel-Mitarbeiter - hier im Werk Bochum - müssen erneut bangen. Foto: dpa

Die Opel-Mitarbeiter - hier im Werk Bochum - müssen erneut bangen. Foto: dpa

RÜSSELSHEIM. Der oberste Arbeitnehmervertreter des amerikanischen Automobilherstellers General Motors (GM) in Europa, Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz, verlangt von der US-Mutter neue Standortgarantien. „Wir wollen im Zuge der Gespräche über die Zukunft der Astra-Werke eine Verlängerung des europäischen Rahmenvertrages durchsetzen“, sagte Franz dem Handelsblatt. Er reagiert damit auf die wieder aufgeflammte Diskussion über mögliche Werksschließungen.

Opel-Chef Hans Demant hatte bereits am Rande des Genfer Autosalons angedeutet, dass der Modellwechsel beim Kompaktwagen Astra die Schließung von einem der vier Werke bedeuten könnte, in denen dieses Modell gebaut wird. Schon gut ein Jahr nach dem Abbau von 12 000 Jobs in Europa und dem Abschluss der Vereinbarung, die bis 2010 Beschäftigung und Auftragsvolumen in den einzelnen Werken sichert, hatte er damit den Burgfrieden bei GM in Europa abrupt aufgekündigt.

Franz strebt nun an, die Verhandlungen über die Produktionsstandorte für die nächste Generation des Kompaktwagens innerhalb der europäischen GM-Organisation zentral zu führen. „Wenn sich das Management dieser Forderung verweigern sollte, werden wir notfalls auch zum Mittel des Streiks greifen, um unsere Interessen zu wahren“, droht der oberste GM-Arbeitnehmervertreter in Europa.

Die Gespräche über die Planungen für den nächsten Astra würden noch in diesem Jahr beginnen. „Ich erwarte aber keine Einigung vor 2007“, so Franz. Ein GM-Sprecher wollte die Forderungen nicht kommentieren. Ein hochrangiger Manager aus der Züricher GM-Europazentrale zeigte sich aber einer Verlängerung des Zukunftsvertrages gegenüber nicht abgeneigt. „Es kommt ganz darauf an, was uns die Arbeitnehmer dafür anbieten“, hieß es.

Schneller als erwartet bahnt sich damit eine neuerliche Sparrunde bei Opel an. Der weltgrößte Autobauer, dem in den USA das Wasser bis zum Halse steht, hatte bereits Ende 2004 in Europa ein umfangreiches Sanierungsprogramm durchgesetzt und in Europa den Abbau von 12 000 Arbeitsplätzen – ganz überwiegend bei Opel – angekündigt. Im Gegenzug hatte GM eine Rahmenvereinbarung mit der Belegschaft getroffen, die den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen bis 2010 vorsieht.

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