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12.06.2012

07:53 Uhr

Stellungnahme Utz Claassen

„Herr Claassen hat die Konzernrevision jederzeit ermutigt“

VonJan Keuchel

ExklusivIm Handelsblatt-Interview belastet Lobbyist Andrey Bykov auch den Ex-EnBW-Chef Utz Claassen. Lesen Sie hier die offizielle Stellungnahme, die Claassen über seinen Anwalt dem Handelsblatt zukommen ließ.

Utz Claassen, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von EnBW. dapd

Utz Claassen, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von EnBW.

1) Handelsblatt Online: Herr Dr. Claassen, ist es richtig, dass auch in Ihrer Zeit als Vorstandsvorsitzender der EnBW mithilfe von EnBW-Geldern diverse Wohltätigkeitsprojekte wie Kirchen, Denkmäler und Schulen in Russland finanziert wurden, und zwar über die Stiftung des „Heiligen Nikolaus“?

Herr Prof. Claassen hat keine Kenntnis hiervon bzw. keine Erinnerung daran, kann dies jedoch auch nicht ausschließen, zumal in einem Konzern der Größe der EnBW naturgemäß zahlreiche Wohltätigkeitsprojekte unterstützt werden, von denen der Konzernvorstand nicht in jedem einzelnen Fall Kenntnis haben kann und haben muss.

2) Stimmt es, dass Sie aus diesem Grund 2005 mit dem Kreuz des Ordens der Stiftung ausgezeichnet wurden? Wenn nicht, aus welchem Grund haben Sie den Orden erhalten?

Nach seinem Verständnis und seiner Erinnerung hat Herr Prof. Claassen den Orden vor allem für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der russischen Föderation erhalten, insbesondere auch vor dem Hintergrund der öffentlich bekannten Zusammenarbeit im nuklearen Bereich, nicht zuletzt auch im Bereich der nuklearen Sicherheit, die im Übrigen auch von höchsten deutschen Regierungsinstitutionen ausdrücklich begrüßt und sogar gewünscht wurde.

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3) In einem vertraulichen Bericht aus dem Jahr 2004 äußert die Konzernrevision der EnBW Zweifel daran, dass die Tätigkeit von Herrn Bykov bzw. dessen Firmen mit kerntechnischen Belangen zu tun hat. Die Konzernrevision nennt vielmehr als einzig logische Erklärung eine Lobbyistentätigkeit in Sachen Gasgeschäfte. Kennen Sie diesen Bericht?

Der von Ihnen angesprochene angebliche Revisionsbericht kann sich bereits der Logik der zeitlichen Abläufe folgend ausdrücklich und ausschließlich nur auf Projekte bzw. Verträge beziehen, die vor der Amtszeit von Prof. Claassen und während der Amtszeit seines Vorgängers initiiert und abgeschlossen wurden. Herr Prof. Claassen hat die kritische Aufarbeitungstätigkeit der Konzernrevision jederzeit ausdrücklich ermutigt und unterstützt.

Kommentare (6)

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NNEEUUgier

12.06.2012, 08:28 Uhr

wieviel millionen von den einbehaltenen 100 ,flossen an wen,über welche vehikel und firmen und wieviel stationen und länder, zurück nach deutschland oder auf auslandskonten von beteiligten.

DAS IST HIER DIE FRAGE....

Hagbard_Celine

12.06.2012, 08:40 Uhr

(W)utz Claassen, der Name ist wohl Programm...

smarty_32

12.06.2012, 09:16 Uhr

Die verklausulierte Rechtsanwaltssprache sagt doch alles.
Mein Gott, für wie dumm wird der Bürger gehalten Herr Claassen?
Wenn russchische Delegationen den Kontakt zum (kleinen) Energieanbieter ENBW pflegen, ist der Vorstand nicht involviert? Russland als größter Energielieferant wird höflich vom Vorstandsvorsitzenden ingoriert?
Allein das wäre schon ein Grund für Versagen...aber es kam ja anscheinend noch schlimmer.
Herr Claaassen ist der Boris Becker der Managerelite, sprich eine Witzfigur.
Hoffentlich kann mann alles nachweisen und auf Schadensersatz pochen.Es wird Zeit, dass das Versagen im Elitebereich H A R T bestraft wird und kein Entkommen mehr funktioniert(siehe Zumwinkel, Schrempp und Co.). SCHLUSS

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