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31.01.2011

01:26 Uhr

Steuerfahndung

Schwere Vorwürfe gegen Manager des Pharmakonzerns Pfizer

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim gegen Manager des Pharmakonzerns Pfizer sind einem Medienbericht zufolge umfangreicher als bislang bekannt. Auch Ermittler im Ausland seien eingeschaltet.

Eine Viagra-Tablette von Pfizer. Quelle: dpa

Eine Viagra-Tablette von Pfizer.

HB HAMBURG. Steuerfahnder werfen dem Viagra-Hersteller vor, die steuerliche Erfassung von Geschäften in Deutschland „bewusst verhindert“ und „Umsatzsteuer von weit über 300 Millionen Euro hinterzogen“ zu haben. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf einen Vermerk der Fahnder zum Stand der Ermittlungen.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim und die Steuerfahndungsstellen Karlsruhe-Durlach und Mannheim-Neckarstadt ermitteln seit 2006 gegen insgesamt sechs Pfizer-Manager. Sie ließen Fabriken, Lagerhallen und Speditionen durchsuchen, ebenso Büros und Privatwohnungen von Managern. Die Staatsanwaltschaft bat zudem in Irland und Belgien um Amtshilfe. In dem Ermittlungsverfahren geht es darum, wie der in New York sitzende Pharma-Riese sein Europa-Geschäft organisiert und versteuert. Pfizer ist der größte Pharmakonzern der Welt.

Nach Ansicht der Ermittler ist der entstandene Schaden für den deutschen Staat jedoch geringer als 300 Millionen Euro, schreibt das Magazin weiter. Der Konzern hätte diese Summe zwar abführen müssen, doch sich später wiedererstatten lassen können. Weil Pfizer die Summe nicht abführte, seien Deutschland entsprechende Zinseinnahmen entgangen. Es soll sich dabei um einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag handeln.

Pfizer bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet. Alle Lieferungen seien „auf der Grundlage geltender umsatzsteuerrechtlicher Vorgaben erfolgt“. Vor allem sei Deutschland „durch das Verhalten von Pfizer nachweisbar kein Schaden entstanden“.

Deutscher Sitz des weltweit vertretenen Konzerns ist seit 2008 Berlin. Davor lag die Pfizer-Zentrale in Karlsruhe.

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