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09.09.2011

17:52 Uhr

Strategie

Conti baut Geschäft mit mechanischen Bremsen aus

VonMark Christian Schneider

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch sucht einen Käufer für das Geschäft mit Basisbremsen. Rivale Continental baut die Produktion dagegen aus.

Conti fährt die Produktion in der Slowakei hoch, um eine Produktion von rund zehn Millionen Bremssätteln pro Jahr zu realisieren. dpa

Conti fährt die Produktion in der Slowakei hoch, um eine Produktion von rund zehn Millionen Bremssätteln pro Jahr zu realisieren.

Während Bosch aus dem Geschäft mit traditionellen Bremsen aussteigt, investiert Continental weiter in die klassische Radbremse. Conti, Nummer zwei in Europa und weltweit die Nummer drei der Autozulieferer hinter Bosch und Denso aus Japan, will in der gesamten Palette des Bremsens aktiv bleiben. „Darin sehe ich langfristig einen Vorteil im Wettbewerb“, sagte Conti-Vorstand Ralf Cramer dem Handelsblatt.

Statt wie Bosch die traditionelle Bremstechnik abzustoßen, bauen die Niedersachsen die Fertigung aus. „Continental investiert weiter in die Radbremse. Wir fahren derzeit die Produktion in der Slowakei hoch, um eine Produktion von rund zehn Millionen Bremssätteln pro Jahr zu realisieren“, sagt Cramer. „In China investieren wir einen zweistelligen Millionenbetrag, werden in dem neuen Werk mit mehr als 1.000 Mitarbeitern sechs Millionen Bremssättel pro Jahr herstellen.“

Der Conti-Vorstand führt die Division Chassis & Safety, die vergangenes Jahr mit Airbagsensoren, Bremssystemen, Chassisteilen und Luftfedern knapp sechs Milliarden Euro Umsatz erzielte. Vergangenes Jahr fertigte seine Sparte mehr als 15 Millionen Bremskraftverstärker, knapp 17 Millionen elektronische Bremssysteme und fast 33 Millionen Bremssättel. „Wir haben eine klare Strategie, entwickeln Radbremse, Bremskraftverstärker, ABS, ESP und integrierte Notbremssysteme weiter. Es wäre ein Fehler, auch nur einen Teil der Palette aufzugeben“, sagt Conti-Manager Cramer.

Bosch-Chef Franz Fehrenbach bleibt dagegen beim Ausstieg. „Wir haben genügend Interessenten und rechnen mit einem Abschluss bis Jahresende“, sagte der Topmanager vor wenigen Tagen und gab damit einen Einblick in den Stand der laufenden Verkaufsverhandlungen für das Geschäftsfeld Basisbremsen. Im Frühjahr hatten die Stuttgarter sich auf die Suche nach einem Interessenten gemacht.

Beim Verkauf des margenschwachen Geschäftsbereichs, der unter anderem Bremssättel, nicht aber die elektronische Bremssteuerung und auch nicht das Bremsen-Ersatzteilgeschäft umfasst, peilt Bosch laut Finanzkreisen als Verkaufspreis rund 500 Millionen Euro an. Das Unternehmen selbst schweigt dazu. Die großen Spieler im Fahrzeug-Bremsengeschäft sind Continental aus Hannover und TRW aus den USA. Beide scheiden allerdings aus kartellrechtlichen Gründen als Bieter aus.

Der Abschied von Bosch könnte ein Vorteil für den heimischen Rivalen sein. „Durch den Ausstieg eines großen Anbieters haben wir gute Chancen, unsere Marktposition zu verbessern“, sagte Conti-Vorstand Cramer dem Handelsblatt. „Das ist allerdings kein Selbstläufer. Es kämen neue Wettbewerber aus Asien, „die wir ernst nehmen“, so der Manager.


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