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25.10.2012

02:17 Uhr

Strategiewechsel

RWE sagt AKW-Neubauten adieu

Atomkraftwerke haben in der Strategie von RWE ihre Halbwertzeit überschritten: Der neue Konzernchef Peter Terium will keine neuen Kernkraftwerke mehr bauen. Das hat Folgen für die britische Atomtochter Horizon.

Diesem vom Stromkonzern RWE betriebenen Atomkraftwerk sollen keine Neubauten folgen. dpa

Diesem vom Stromkonzern RWE betriebenen Atomkraftwerk sollen keine Neubauten folgen.

MünchenDer neue RWE-Chef Peter Terium beendet nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ den Pro-Atom-Kurs seines Vorgängers Jürgen Großmann. Der Konzern steht nach seinen Angaben kurz vor dem Verkauf der britischen Atomtochter Horizon, die der Konzern mit dem Rivalen Eon betreibt. „RWE steigt aus dem Neubau von Kernkraftwerken komplett aus“, kündigte Terium im Interview der Zeitung an.

Nach Informationen aus RWE-Aufsichtsratskreisen soll der Verkauf bereits in den nächsten Tagen über die Bühne gehen. Als Favorit gelte ein Konsortium um den japanischen Hitachi-Konzern.

Damit verabschiede sich RWE nach dem beschleunigten Atomausstieg endgültig auch international vom Neubau von Kernkraftwerken. Horizon wollte in Großbritannien nach bisherigen Planungen mindestens zwei Atomkraftwerke bauen. Der Kaufpreis wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt.

Terium schwenkt damit endgültig auf eine neue Linie ein. „Unser Geschäft wird sich grundlegend ändern“, sagte er. RWE sei mit Verspätung in das Geschäft mit grüner Energie gestartet. „Aber jetzt holen wir auf.“

Das Geschäft mit Solarparks will Terium in den nächsten Jahren ausbauen. „Dass wir die Solar-Technik lange komplett abgelehnt haben, war aus heutiger Sicht ein Fehler“, räumte Terium ein.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Sonnenschein

25.10.2012, 08:23 Uhr

RWE beugt sich nach langem Zögern der vernünftigen Einsicht, dass Wasserkocher keine Zukunft haben.

Das ist sehr begrüßenswert.

HofmannM

25.10.2012, 09:36 Uhr

Dieser Terium hat keine Ahnung von Marktwirtschaft! Er würde sonst nicht so eine wirtschaftlich katastrophale Kehrtwende nicht vollziehen!
Solarparks/Windmühlenparks waren,sind und bleiben nicht marktkonform. Diese Energieerzeuger sind und bleiben von staatlichen Dauersubventionen und steigenden Stromendpreisen (EEG-Zwangsabage) abhängig. Und wie lange so eine Abhängigkeit besteht, dass sieht man an den Insolvenzen in der Solarbranche.
Die erneuerbaren Energien sind und bleiben ein ideologisches Energieluxusgut! RWE begibt sich mit dem Ausstieg aus der marktkonformen wirtschaftlichen Kernkraft und den Einstieg in die unwirtschaftliche Erneuerbare Planwirtschaft aufs Abstellgleis. RWE wird mit der "Grünen Energie" kläglich schiffbruch erleiden!

Asser

25.10.2012, 10:30 Uhr

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