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27.03.2013

19:04 Uhr

Strategiewechsel

Toyota entdeckt den Querbaukasten

Toyota ändert seine Strategie und will ab 2015 Autos nach dem Baukastenprinzip verkaufen. Das Unternehmen plant, drei Plattformen für jeweils mehrere Fahrzeuge zu entwickeln. Toyota eifert so Volkswagen nach.

Toyota will ab 2015 Autos nach dem Baukastenprinzip bauen. ap

Toyota will ab 2015 Autos nach dem Baukastenprinzip bauen.

ToyotaToyota eifert seinem Konkurrenten Volkswagen nach und will ab 2015 Autos nach dem Baukastenprinzip verkaufen. Nach einer neuen Strategie des japanischen Unternehmens sollen in Wagen zunächst 20 bis 30 Prozent gleiche Teile verbaut werden, wie der Autobauer am Mittwoch in der Stadt Toyota mitteilte.

Dieser Anteil soll nach und nach auf 70 bis 80 Prozent erhöht werden. „Wir liegen zeitlich vielleicht zurück. Aber letztlich zählt, dass man gute Autos bauen kann“, sagte Manager Mitsuhisa Kato. Toyota plant, drei Plattformen für jeweils mehrere Fahrzeuge zu entwickeln.

Was hinter VWs modularem Querbaukasten (MQB) steckt

Was ist der MQB?

Hinter der etwas kryptischen Bezeichnung "Modularer Querbaukasten" (kurz: MQB) verbirgt sich ein neues Plattformkonzept von Volkswagen, das die Fahrzeug-Produktion vereinheitlichen und in mehr als 40 Modellen von VW, Audi, Skoda und Seat Vorteile bei der Produktion mit sich bringen soll.

Die ersten Modelleaus dem MQB sind der neue Audi A3 und der VW Golf der 7. Generation, der im September auf dem Pariser Autosalon vorgestellte wird.

2. Was ändert sich?

VW-Fahrzeuge sollen leichter werden, innen mehr Platz bieten, sowie mehr Sicherheit und verbrauchsgünstigere Motoren erhalten. Der MQB bietet die Möglichkeit neben Benzinern oder Dieseln auch alternative Antriebe wie Erdgas, Hybrid oder Elektro-Antriebskomponenten in identischer Lage einzubauen.

Daneben verbindet der MQB vereinheitlichte Technikmaße wie den Abstand zwischen Gaspedal und der vorderen Radmitte mit variablen Parametern, wie etwa beim Radstand, den Spurbreiten und den Radgrößen. Auf diese Weise kann der MQB also auf verschiedene Fahrzeuge übertragen werden.

3. MQB und Golf VII

Ein Merkmal des MQB: Die Vorderräder werden um bis zu vier Zentimeter (in der Kompaktklasse) nach vorne verlegt. Neben mehr Platz innen soll so mehr Schutz für die Insassen drin sein. Wegen der Verwendung von gewichtsoptimierten Bauteilen, wird außerdem der neue Golf nur noch so viel wiegen wie ein Golf der 4. Generation. Im Durchschnitt werden alle auf dem MQB basierenden Fahrzeuge mindestens 40 Kilo leichter sein als ihre direkten Vorgänger.

4. Neue Motoren

VW hat im Zuge der Einführung des MQB auch eine neue Generation von Motoren entwickelt. Die bauen künftig kompakter, nehmen also weniger Platz einnehmen und sind gleichzeitig sparsamer. Durch Verwendung von Aluminium verliert z.B. der 1,4-Liter-Benziner mit 122 PS mehr als 20 Kilo. Beim Minderverbrauch sollen bis zu zehn Prozent drin sein.

Der Vierzylinder-TSI-Benzinmotor mit 1,2 Litern Hubraum leistet 85 oder 105 PS, das 1,4-Liter-Aggregat wird mit 122 oder 140 PS Leistung erhältlich sein. Das maximale Drehmoment beträgt 165 und 175 Nm bei den 1,2-Liter-Motoren, die beiden 1,4-Liter-Varianten bringen es auf 200 und 250 Nm ab einer Drehzahl von 1.400U/min.

Die neuen Dieselmotoren kommen mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum und leisten zwischen 90 und 190 PS. Das maximale Drehmoment reicht von 250 bis 380 Nm. Auch die Selbstzünder sollen beim Verbrauch deutlich sparsamer werden und die ab September 2014 geltende Euro-6-Norm erfüllen.

5. Neue Technik

Neu ist die Zylinderabschaltung, die im 1.4 TSI Premiere feiert. Zwei der vier Zylinder werden immer dann abgeschaltet, wenn der Fahrer in einem Drehzahlbereich zwischen 1.250 und 4.000 U/min. unterwegs ist und das Drehmoment zwischen 25 und 100 Nm liegt. Im Normzyklus soll diese Technik zu einer Verbrauchsersparnis von 0,4 L/100 km führen.

Bei den neuen Motoren wird der Zylinderkopf gedreht, so ist die Ansaugseite zur Fahrzeugfront und die Abgasseite zur Fahrgastzelle gerichtet. Dadurch kann eine einheitliche Verbindung zwischen Motor und Getriebe realisiert werden, die es erlaubt, alle Motoren mit dem gleichen Getriebe zu koppeln.

Mit der nach hinten geneigten Einbaulage im Winkel von zwölf Grad können auch Antriebsstrang und Antriebswellen vereinheitlicht werden.

6. Vorteile für den Konzern

Standardisierung von Bauteilen, Maßen und Produktionsabläufen senkt Kosten und reduziert Fertigungszeiten. Der MBQ soll aber auch die Flexibilität bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge erhöhen, so lassen sich z.B. Nischen schneller bedienen.

Für VW ist beides wichtig, angesichts des harten weltweiten Wettbewerbs unter den Autobauern vor allem in den volumenstarken Segmenten Kleinwagen, Kompakt- und Mittelklasse.

Volkswagen hat auf dem Gebiet viele Erfahrungen: Der Wolfsburger Konzern verwendet in vielen Modellen und unterschiedlichen Marken gleiche Teile und spart so Kosten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Bastlerfieber

28.03.2013, 00:26 Uhr

Kann ich dann endlich mal mein Auto als DIY (do it yourself) bauen mit Mustergutachten? Sollte doch vierstellig machbar sein bei den müden Mühlen...

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