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27.09.2012

18:22 Uhr

Streit der Autobauer

Fiat-Chef wettert gegen VW

Der Chef des Fiat-Konzerns, Sergio Marchionne, hat sich gegen die Rücktrittsforderungen von Volkswagen gewehrt. VW-Topmanager hatten jüngst Marchionnes Rücktritt als Präsident des Autoherstellerverbandes ACEA gefordert.

Fiat beschuldigt VW die Konkurrenz mit aggressiven Preissenkungen anzugreifen. Reuters

Fiat beschuldigt VW die Konkurrenz mit aggressiven Preissenkungen anzugreifen.

ParisDer Chef des Autokonzerns Fiat, Sergio Marchionne, gibt im Streit mit dem Rivalen Volkswagen keine Ruhe: Er nannte es "unverschämt", dass VW-Topmanager seinen Rücktritt als Präsident des europäischen Autoherstellerverbandes ACEA gefordert hatten. Solche Äußerungen seien ein "Verstoß gegen die guten Sitten", sagte er am Donnerstag am Rand der Automesse in Paris.

Marchionne und VW liegen seit Jahren im Streit: Zuletzt hatte der Fiat-Vorstandsvorsitzende VW vorgeworfen, die europäische Konkurrenz mit aggressiven Preissenkungen anzugreifen. "Es ist ein Blutbad bei den Preisen und ein Blutbad bei den Margen", sagte Marchionne im Juli in einem Interview.

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VW-Kommunikationschef Stephan Grühsem sagte daraufhin, Marchionne sei "als Präsident des europäischen Herstellerverbandes untragbar und soll gehen". Marchionne erwiderte jetzt, jeder Hersteller werde im ACEA durch den Vorstandsvorsitzenden repräsentiert. Falls VW-Chef Martin Winterkorn seinen Rücktritt wünsche, möge Winterkorn das dem ACEA-Vorstand vortragen, dann werde der Vorstand entscheiden.

Ein weiterer wunder Punkt bei Fiat sind die Sticheleien von VW über die Fiat-Tochter Alfa Romeo. VW hatte sich öfters interessiert an der sportlichen Marke gezeigt. Alfa Romeo schreibt tiefrote Zahlen, gilt aber als enorm wertvolle Marke wegen der langen Geschichte. Marchionne wies alle Verkaufsgerüchte immer zurück und erschien zunehmend genervt von den VW-Äußerungen.

Der Fiat-Chef wiederholte seine Forderung, dass die Politik auf EU-Ebene den Abbau von Autowerken in Europa begleiten müsse. Insbesondere in Deutschland müsse Kapazität abgebaut werden, sagte er.

Marchionne leistete sich eine neue Stichelei in Richtung VW: Er nannte den Chef des japanischen Kleinwagenherstellers Suzuki einen "guten Freund". Fiat liefert Dieselmotoren an Suzuki. "Wir müssen mehr machen", sagte er über die Zusammenarbeit. "Das sind gute Leute", sagte er über Suzuki. Damit ärgert Marchionne den VW-Konzern, der eine enge Zusammenarbeit mit Suzuki geplant hatte, sich jetzt aber mit den Japanern vor einem Schiedsgericht über die Trennung streitet.

Von

dapd

Kommentare (4)

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nickmari8

27.09.2012, 18:37 Uhr

Wieso hat VW Probleme mit so viele Mitbewerber? Vielleicht weil bei VW arroganten Aussagen gemacht werden?

Account gelöscht!

27.09.2012, 20:03 Uhr

Wie in der großen Politik regt sich auch hier der Italiener (Fiat) auf, dass die Deutschen (VW) ihre Hausaufgaben gemacht haben und nun davon profitieren. Tritt zurück und halt einfach die Klappe!

gluecklicher_Migrant_aus_TR

27.09.2012, 20:42 Uhr

Erfolg erzeugt Neid. Aber das ist zuviel des Guten. Erst wird DE erpresst: Aufgabe der D-Mark gegen ein Ja zur Wiedervereinigung, dann moniert Lagard vor 2 Jahren, die Exporte DE sollten beschränkt werden (dabei ist die Aussage an sich beschränkt) damit die Handelsungleichgewichte DE zu anderen Ländern wie Spanien, Frankreich, Italien oder Griechenland gesenkt werden. Mit welchem Effekt? Mit dem, daß die genannten Länder diese Defizite gegenüber China, Südkorea und Japan erhöhen. Fraglich ist nur, ob die Asiaten dann den Anteil von DE an den Rettungsschirmen übernehmen? Eher nicht. Und nun fordert Fiat ernsthaft den Abbau von Autofabriken in DE. Unglaublich. Dabei konkurriert Fiat nicht mit DE-Automarken, sondern mit jap. und koreanischen und bald mit chinesischen Automarken. Und diesen Kampf werden Fiat und mit ihnen die franz. Marken Renault bzw. PSA verlieren. Wie ich finde, zurecht. Die Süd-Europäer sind uneinsichtig, wenig patriotisch (darauf deutet jedenfalls die fehlende Steuer-Moral), wenig innovativ und nun in ansteigendem Maße neidisch und unfair ggü. DE. Das Beste wäre eine Nord-Union von DE, AT, NL, DK, SE und FI. Der Rest kann sich weiter verschulden und rostige Autos bauen. Übrigens ist DE seit nunmehr einem halben Jahrhundert der größte Nettozahler in der EU. Ganz zu schweigen von den Tourismus-Ausgaben. Langsam versteht kein Mensch mehr die Vorteile, die uns eine EU mit Griechenland und Italien bietet.

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