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25.01.2007

07:00 Uhr

Streit ist vorprogrammiert

Wyser-Pratte steigt bei Valeo ein

VonSönke Iwersen

Ein internationales Konsortium um den umstrittenen US-Investor Guy Wyser-Pratte hat ein 85 Millionen Euro schweres Aktienpaket an dem französischen Valeo-Konzern erworben. Wyser-Pratte hält die Strategie des Konzerns für falsch und will den Vorstandschef Thierry Morin zu einem Kurswechsel drängen. Der so genannte Geier-Fonds Pardus, der fünf Prozent an Valeo hält, hat jedoch andere Ziele. Ein Streit ist vorprogrammiert.

Pratte ist gefürchtet in der Unternehmenswelt. In Deutschland ist er unter anderem beim Maschinenbauer IWKA und dem Handy-Zulieferer Balda engagiert. Foto: dpa

Pratte ist gefürchtet in der Unternehmenswelt. In Deutschland ist er unter anderem beim Maschinenbauer IWKA und dem Handy-Zulieferer Balda engagiert. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Valeo, der fünftgrößte Automobilzulieferer Europas, gerät zwischen die Fronten internationaler Finanzinvestoren. Ein Konsortium um den gefürchteten Amerikaner Guy Wyser-Pratte hat sich bei dem französischen Großunternehmen eingekauft und hält derzeit rund drei Prozent an Valeo. Dies bestätigte Wyser-Pratte dem Handelsblatt. Gemeinsam mit dem britischen Hedge-Fonds Cycladic und dem kanadischen Multimillionär Douglas Bergeron will er die strategische Ausrichtung Valeo ändern und bereits vorbereitete Übernahmen auf dem US-Markt verhindern.

Die Gruppe um Wyser-Pratte stellt sich damit nicht nur gegen die Pläne des Valeo-Chefs Thierry Morin sondern auch gegen einen Großaktionär. Erst vor einer Woche gab der als „Geier-Fonds“ bekannte Investor Pardus bekannt, 5,2 Prozent an Valeo erworben zu haben. Dies befeuerte Spekulationen, dass Valeo vor einer Übernahme des US-Autozulieferers Visteon stehe. Pardus hält 17,2 Prozent an Visteon. Seine 182 Mill. Dollar schwere Beteiligung an dem angeschlagenen US-Autozulieferer würde durch eine Übernahme durch Valeo sehr gewinnen.

Pardus wollte sich gegenüber dem Handelsblatt nicht zu seinen Plänen äußern. Die Analysten der Investmentbank Merrill Lynch sehen den Einstieg des Hedge-Fonds jedoch als deutliches Zeichen. Pardus, im April 2005 von dem Iraner Karim Samii (44) gegründet, gelte als aktiver Aktionär. Es sei wahrscheinlich, dass Samii sein 140 Mill. Euro schweres Aktienpaket an Valeo dazu nutzen werde, das französische Management von den Vorzügen einer Verschmelzung von Valeo und Visteon zu überzeugen.

Genau gegen diese Pläne schwört Wyser-Pratte schon heute heftigen Widerstand. Ein Einstieg auf dem nach seiner Meinung von überbezahlten Autogewerkschaften beherrschten US-Markt sei von extremen Risiken behaftet. Dagegen hatte der Valeo-Chef Morin erst vor einer Woche angekündigt, Akquisitionen im Wert von zwei Milliarden Dollar in den USA seien denkbar. „Die ganze Zulieferindustrie ist in Unordnung“, sagte Morin auf der Motor-Show in Detroit. „Da überrascht es nicht, dass sich ein Zulieferer den anderen anschaut.“

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