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06.10.2017

17:50 Uhr

Streit mit VW

Skoda glättet die Wogen

Gerüchte um eine Produktionsverlagerung nach Deutschland brachten die Gemüter beim Autobauer Skoda am Donnerstag in Wallungen. Nun meldet sich der Marken-Chef der tschechischen VW-Tochter – und versucht zu besänftigen.

Bernhard Maier, Marken-Chef bei Skoda, will vom internen Konkurrenzkampf nichts wissen. dpa

Es bleibt bei tschechischen Standorten

Bernhard Maier, Marken-Chef bei Skoda, will vom internen Konkurrenzkampf nichts wissen.

HamburgIm Streit über mögliche Produktionsverlagerungen nach Deutschland will die tschechische VW-Tochter Skoda die Gemüter besänftigen. In einem Brief an Mitarbeiter, der der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlag, hob Marken-Chef Bernhard Maier hervor, dass Skoda an der Auslastungsgrenze arbeite. Die Nachfrage sei so groß, dass über eine Erweiterung der Kapazitäten nachgedacht werde.

„An dieser Stelle kommt uns der in der Automobilindustrie weltweit einmalige Produktionsverbund des Volkswagen Konzerns zugute.“ Dabei gehe es aber nur um den Ausgleich von Produktionsspitzen, betonte Maier. „Grundsätzlich sind und bleiben unsere tschechischen Standorte erste Wahl.“

Skoda: Gewerkschaft macht Front gegen Produktions-Verlagerung

Skoda

Gewerkschaft macht Front gegen Produktions-Verlagerung

Die Gewerkschaft der VW-Tochter Skoda macht Front gegen eine mögliche Verlagerung von Teilen der Produktion nach Deutschland. Der Gewerkschaftschef drohte indirekt damit, Überstunden zurückzufahren.

Reuters hatte am Mittwoch unter Berufung auf Insider berichtet, Manager und Betriebsrat des Wolfsburger Autobauers wollten den wachsenden Wettbewerb unter den Schwestermarken VW und Skoda eindämmen. Dazu werde auch darüber diskutiert, dass Skoda Teile der Produktion an schwach ausgelastete deutsche Werke abgebe.

Die Nachricht rief die Gewerkschaft bei Skoda auf den Plan. In einem Brief an die Belegschaft wies Gewerkschaftschef Jaroslav Povsik den Vorwurf zurück, der tschechische Autobauer habe einen unfairen Vorteil, weil er deutsche Technologie mit niedrigen Arbeitskosten kombinieren könne. Er drohte indirekt damit, Überstunden zurückzufahren. Auch die tschechische Regierung machte Front gegen eine mögliche Verlagerung von Teilen der Fertigung.

Volkswagen verwies auf sein Drehscheibenkonzept, über das die Auslastung der einzelnen Standorte und der Ausgleich von Produktionsspitzen markenübergreifend sichergestellt sei. Die turnusmäßige Überprüfung der Werksbelegung sei Teil des regulären Planungsprozesses. „Aktuell steht für die Marke Skoda dabei keine Veränderung an“, erklärte ein Sprecher. Der VW-Betriebsrat äußerte sich nicht. Die Auslastung der Werke ist im November Thema im Aufsichtsrat. Das Kontrollgremium entscheidet regelmäßig im Herbst über die Investitionen für die kommenden Jahre.

Von

rtr

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